Steigende Energiepreise, gesetzliche Vorgaben und ein spürbar zugiges Haus – die Gründe für eine energetische Sanierung sind meist eindeutig. Die große Frage ist: Was kostet das, welche Maßnahme bringt am meisten, und wie viel zahlt der Staat dazu? Dieser Überblick bündelt alle wichtigen Zahlen für 2026 und verlinkt dir zu jedem Thema den passenden Detail-Ratgeber.
- Umfassende Sanierung eines Einfamilienhauses: meist 80.000–200.000 €
- Pro Quadratmeter Wohnfläche: rund 400–1.200 €
- Heizungstausch plus Fassadendämmung senken den Verbrauch um 50–70 %
- Förderung: bis zu 80 % für die Heizung, bis 20 % für die Gebäudehülle
- Die Energieberatung wird mit 50 % (max. 650 €) bezuschusst
Was kostet eine energetische Sanierung?
Das hängt stark davon ab, wie viel du anpackst. Eine umfassende Sanierung eines typischen Einfamilienhauses aus den 1970er- bis 1990er-Jahren mit rund 150 m² Wohnfläche liegt bei 80.000–200.000 €. Für ein durchschnittliches Haus mit etwa 140 m² sind rund 85.000–120.000 € realistisch. Umgerechnet entspricht das etwa 400–1.200 € pro Quadratmeter – je nach Baujahr, Zustand und angestrebtem Effizienzstandard.
Die gute Nachricht: Du musst nicht alles auf einmal machen. Die meisten Eigentümer sanieren schrittweise – und genau dafür gibt es den individuellen Sanierungsfahrplan (dazu unten mehr).
Die Maßnahmen im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt die typischen Einzelmaßnahmen mit ihren Kosten. Zu jeder findest du bei uns einen ausführlichen Ratgeber:
| Maßnahme | Typische Kosten | Details |
|---|---|---|
| Fassadendämmung | 18.000–30.000 € (EFH) | Fassade dämmen |
| Dachsanierung mit Dämmung | 22.500–60.000 € | Dachsanierung |
| Neue Fenster | ab 500 € pro Fenster | Fenster erneuern |
| Wärmepumpe | ca. 20.000–35.000 € | Wärmepumpe einbauen |
| Photovoltaik mit Speicher | 16.000–20.000 € | PV mit Speicher |
Den größten Effekt erzielst du mit der Kombination aus Heizungstausch und Fassadendämmung: Zusammen senken diese beiden Maßnahmen den Energieverbrauch typischerweise um 50–70 %.
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Förderung 2026: Heizung und Gebäudehülle getrennt betrachten
Ein häufiger Irrtum: „Es gibt bis zu 70 % Förderung.“ Diese Zahl ist überholt – und vor allem gelten für Heizung und Gebäudehülle zwei verschiedene Programme mit ganz unterschiedlichen Sätzen:
Heizung: KfW-Programm 458
Seit dem 21. Juli 2026 gilt eine neue Heizungsförderung. Sie setzt sich zusammen aus 30 % Grundförderung, einem Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % (beim Austausch einer alten Heizung im selbst bewohnten Haus) und einem gestaffelten Einkommensbonus von 40 / 30 / 10 % (bis 30.000 / 40.000 / 50.000 € zu versteuerndem Einkommen). Der maximale Fördersatz liegt bei 80 %, die förderfähigen Kosten sind auf 28.000 € gedeckelt – macht einen maximalen Zuschuss von 22.400 €. Alle Details dazu findest du im Ratgeber Wärmepumpen-Förderung 2026.
Gebäudehülle: BAFA-Einzelmaßnahmen
Für Dämmung, Fenster und Türen gibt es 15 % Zuschuss. Der iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkten kommt seit dem 21. Juli 2026 nur noch auf den Kostenanteil über 30.000 € obendrauf. Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 € pro Wohneinheit gedeckelt, mit gewährtem iSFP-Bonus auf 60.000 € – maximal also 10.500 € Zuschuss. Voraussetzung sind bestimmte U-Werte (z. B. Fenster Uw ≤ 0,95, Dach ≤ 0,14) und ein Energie-Effizienz-Experte, der den Antrag vor der Auftragsvergabe stellt.
Alternative: Steuerbonus nach §35c EStG
Wer den Aufwand mit Energieberater und Antrag scheut, kann stattdessen 20 % der Kosten über drei Jahre von der Steuer absetzen (7 % / 7 % / 6 %), maximal 40.000 € pro Objekt. Das gilt für selbstgenutztes Wohneigentum. Wichtig: Zuschuss und Steuerbonus lassen sich für dieselbe Maßnahme nicht kombinieren – du entscheidest dich für einen Weg.
Der Sanierungsfahrplan: erst planen, dann sanieren
Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) zeigt dir, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind – und was sie jeweils bringen. Ein Energieberater erstellt ihn für ein Einfamilienhaus für rund 1.500–2.500 €; das BAFA übernimmt davon 50 %, maximal 650 € (bei Mehrfamilienhäusern bis 850 €).
Der iSFP rechnet sich meist doppelt: Er verhindert teure Fehlentscheidungen und hebt den Zuschuss für Maßnahmen an der Gebäudehülle von 15 auf 20 %. Ein wichtiger Hinweis zur neuen Rechtslage: Für Anträge ab dem 21. Juli 2026 wird der iSFP-Bonus nur noch auf den Kostenanteil oberhalb von 30.000 € gewährt. Bei kleinen Einzelmaßnahmen bringt er also nichts mehr – bei einer größeren Sanierung dagegen umso mehr.
In welcher Reihenfolge sanieren?
Als Faustregel gilt: erst die Hülle, dann die Technik. Denn ein gut gedämmtes Haus braucht weniger Heizleistung – die neue Wärmepumpe kann dann kleiner und günstiger ausfallen und arbeitet effizienter. In der Praxis lohnt sich diese Reihenfolge:
- Energieberatung und Sanierungsfahrplan: Bestandsaufnahme, Schwachstellen finden, Reihenfolge festlegen.
- Dach und oberste Geschossdecke: Hier geht besonders viel Wärme verloren, und die Dämmung ist vergleichsweise günstig.
- Fassade und Fenster: Am besten zusammen planen, damit Anschlüsse und Laibungen sauber ausgeführt werden.
- Heizung erneuern: Jetzt lässt sich die Wärmepumpe passend zur reduzierten Heizlast auslegen.
- Photovoltaik ergänzen: Eigener Solarstrom senkt die Betriebskosten der Wärmepumpe deutlich.
Falls die Heizung akut ausfällt, lässt sich diese Reihenfolge natürlich nicht einhalten – dann sollte der Fachbetrieb die Wärmepumpe so auslegen, dass eine spätere Dämmung berücksichtigt wird.
Was bringt eine energetische Sanierung?
- Niedrigere Energiekosten: Heizungstausch plus Dämmung senken den Verbrauch um 50–70 %.
- Mehr Wohnkomfort: Keine kalten Wände und Zugluft mehr, im Sommer bleibt es länger kühl.
- Höherer Immobilienwert: Ein guter Energieausweis ist beim Verkauf bares Geld wert.
- Unabhängigkeit: Weniger Abhängigkeit von Gas- und Ölpreisen sowie vom CO₂-Preis.
- Schutz der Bausubstanz: Eine trockene, gedämmte Hülle beugt Feuchteschäden vor.
Häufige Fragen (FAQ)
Was kostet eine energetische Sanierung?
Eine umfassende Sanierung eines Einfamilienhauses kostet 2026 meist 80.000–200.000 €, bei einem durchschnittlichen Haus mit 140 m² rund 85.000–120.000 €. Pro Quadratmeter Wohnfläche entspricht das etwa 400–1.200 € – abhängig von Baujahr, Zustand und Zielstandard.
Wie viel Förderung gibt es 2026?
Für die Heizung (KfW 458) bis zu 80 % bei maximal 28.000 € förderfähigen Kosten, also höchstens 22.400 € Zuschuss. Für Maßnahmen an der Gebäudehülle gibt es 15 %, mit Sanierungsfahrplan 20 % auf den Kostenanteil über 30.000 €, bei maximal 10.500 € Zuschuss. Alternativ sind 20 % Steuerbonus über drei Jahre möglich.
Welche Maßnahme lohnt sich am meisten?
Den größten Effekt bringt die Kombination aus Heizungstausch und Fassadendämmung – zusammen senken sie den Verbrauch um 50–70 %. Welche Maßnahme bei dir zuerst sinnvoll ist, hängt vom Zustand des Hauses ab; das klärt eine Energieberatung.
In welcher Reihenfolge sollte ich sanieren?
Erst die Gebäudehülle (Dach, Fassade, Fenster), dann die Heiztechnik. So kann die neue Wärmepumpe kleiner ausgelegt werden und arbeitet effizienter. Fällt die Heizung vorher aus, sollte der Fachbetrieb die spätere Dämmung bei der Auslegung berücksichtigen.
Lohnt sich ein Sanierungsfahrplan?
Meist ja. Er kostet 1.500–2.500 €, wird mit 50 % (max. 650 €) gefördert und hebt den Zuschuss für die Gebäudehülle von 15 auf 20 %. Seit dem 21. Juli 2026 gibt es den Bonus allerdings nur noch auf den Kostenanteil über 30.000 € – bei kleinen Einzelmaßnahmen bringt er also nichts mehr.
Fazit
Eine energetische Sanierung kostet 2026 für ein Einfamilienhaus meist 80.000–200.000 €, lässt sich aber gut in Etappen umsetzen. Wichtig ist, Heizung und Gebäudehülle getrennt zu betrachten: Für die Heizung gibt es bis zu 80 % Zuschuss (max. 22.400 €), für Dämmung und Fenster 15–20 % (max. 10.500 €) oder alternativ 20 % Steuerbonus. Starte am besten mit einer geförderten Energieberatung – sie legt die richtige Reihenfolge fest und sichert dir den höheren Fördersatz.
