Du möchtest dein Haus mit einer Wärmepumpe heizen, weißt aber nicht, welcher Typ passt und was der Einbau kostet? Dieser Ratgeber gibt dir den kompletten Überblick: die drei Wärmepumpen-Arten im Kosten- und Effizienzvergleich, was beim Einbau auf dich zukommt und wie du dir 2026 bis zu 70 % staatliche Förderung sicherst.
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: 15.000–28.000 € inkl. Einbau – die häufigste Wahl im Bestand
- Erdwärmepumpe (Sole-Wasser): 22.000–45.000 € – effizienter, aber Bohrung/Kollektor nötig
- Wasser-Wasser-Wärmepumpe: 25.000–40.000 € – höchste Effizienz, braucht Brunnen
- BEG-Förderung 2026: bis zu 70 %, maximal 21.000 € Zuschuss
- Erdwärme-Bohrungen sind genehmigungspflichtig (untere Wasserbehörde)
Was kostet es, eine Wärmepumpe einbauen zu lassen?
Die Kosten hängen vor allem vom Wärmepumpentyp ab – und davon, wie aufwendig die Wärmequelle erschlossen werden muss. Die folgende Tabelle zeigt die typischen Gesamtkosten inklusive Einbau sowie die Effizienz, gemessen an der Jahresarbeitszahl (JAZ – sie gibt an, wie viel Wärme aus einer Kilowattstunde Strom entsteht), Stand 2026:
| Wärmepumpen-Typ | Kosten inkl. Einbau | Effizienz (JAZ) |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | 15.000–28.000 € | 3,0–4,0 |
| Sole-Wasser (Erdwärme) | 22.000–45.000 € | 4,0–5,0 |
| Wasser-Wasser (Grundwasser) | 25.000–40.000 € | 4,5–5,5 |
Faustregel: Je aufwendiger die Erschließung der Wärmequelle, desto höher die Anschaffungskosten – aber desto effizienter und günstiger der spätere Betrieb. Welcher Typ sich rechnet, hängt von Grundstück, Heizsystem und Budget ab.
Die drei Wärmepumpen-Typen im Detail
Luft-Wasser-Wärmepumpe
Sie entzieht der Außenluft Wärme und ist mit Abstand die häufigste Variante im Bestand. Vorteile: kein Erdaushub, keine Bohrung, keine Genehmigung – das Außengerät wird einfach an der Hauswand oder im Garten aufgestellt. Dafür ist die Effizienz an kalten Tagen etwas geringer als bei den erdgebundenen Varianten. Für die meisten Einfamilienhäuser ist sie die wirtschaftlichste Lösung.
Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme)
Sie nutzt die konstante Temperatur des Erdreichs und arbeitet dadurch ganzjährig effizient. Die Wärme wird auf zwei Wegen gewonnen:
- Erdsonde (Tiefenbohrung): Bohrungen von meist 40–100 m Tiefe, die rund 60–120 € pro Bohrmeter kosten. Sie brauchen wenig Grundstücksfläche, sind aber genehmigungspflichtig.
- Flächenkollektor: oberflächennah verlegte Rohre im Garten, Mehrkosten von ca. 2.000–5.000 €. Günstiger, benötigt aber eine ausreichend große, unbebaute Fläche.
Wichtig: Erdwärmebohrungen müssen bei der unteren Wasserbehörde genehmigt werden (Bearbeitung meist 4–12 Wochen). In Wasserschutzgebieten sind sie häufig nicht erlaubt.
Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser)
Sie nutzt das ganzjährig rund 10 °C warme Grundwasser über einen Förder- und einen Schluckbrunnen und erreicht die höchste Effizienz aller Typen. Voraussetzung sind geeignetes Grundwasser in passender Tiefe und Qualität sowie eine wasserrechtliche Genehmigung. Wegen des Aufwands lohnt sie sich vor allem bei höherem Wärmebedarf.
Welche Wärmepumpe passt zu meinem Haus?
- Grundstück: Kleines Grundstück oder Reihenhaus? Dann meist Luft-Wasser. Viel Gartenfläche? Flächenkollektor möglich. Wenig Platz, aber Budget für Bohrung? Erdsonde.
- Heizflächen & Vorlauftemperatur: Je niedriger die nötige Vorlauftemperatur (ideal unter 55 °C), desto effizienter jede Wärmepumpe. Fußbodenheizung oder große Heizkörper sind ideal.
- Budget: Luft-Wasser hat die niedrigsten Anschaffungskosten, Erd- und Grundwasser-Varianten punkten mit niedrigeren Betriebskosten.
- Bestehende Heizung: Ersetzt du eine alte fossile Heizung, lies auch unsere Ratgeber Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten und Ölheizung auf Wärmepumpe umrüsten – dort findest du die Details inklusive Demontage und Tankentsorgung.
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Förderung 2026: bis zu 70 % vom Staat
Der Einbau einer Wärmepumpe im Bestand wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bzw. das KfW-Programm 458 bezuschusst. Die Förderung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen:
- Grundförderung: 30 % – einkommensunabhängig für jede:n.
- Klimageschwindigkeitsbonus: +20 % – beim Austausch einer alten Öl-, Gas- oder Kohleheizung (sinkt ab 2029).
- Einkommensbonus: +30 % – bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen unter 40.000 €.
- Effizienzbonus: +5 % – z. B. für Erdwärmepumpen oder Geräte mit natürlichem Kältemittel (Propan/R290).
Der maximale Fördersatz ist auf 70 % gedeckelt, die förderfähigen Kosten auf 30.000 € pro Wohneinheit – macht einen maximalen Zuschuss von 21.000 €. Der Antrag muss vor Auftragsvergabe über das Portal „Meine KfW“ gestellt werden. Seit 2026 werden Luft-Wasser-Wärmepumpen nur gefördert, wenn das Außengerät besonders leise ist (mindestens 10 dB unter den Ökodesign-Grenzwerten).
Wärmepumpe einbauen lassen – so läuft’s ab
- Kostenlose Anfrage stellen: Beschreibe dein Gebäude (Baujahr, Wohnfläche, aktuelle Heizung, Grundstück) – du erhältst unverbindliche Vergleichsangebote von Fachbetrieben aus deiner Region.
- Vor-Ort-Termin & Heizlastberechnung: Der Fachbetrieb prüft Gebäude und Heizflächen, empfiehlt den passenden Wärmepumpentyp und kümmert sich um Förderantrag und – bei Erdwärme – um die Genehmigung.
- Einbau & Inbetriebnahme: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist meist in wenigen Tagen installiert. Bei Erdwärme dauern Bohrung bzw. Kollektorverlegung und Genehmigung entsprechend länger.
Häufige Fragen (FAQ)
Was kostet es, eine Wärmepumpe einbauen zu lassen?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet inklusive Einbau 15.000–28.000 €, eine Erdwärmepumpe 22.000–45.000 € und eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe 25.000–40.000 €. Nach Abzug der BEG-Förderung (bis 70 %) sinkt der Eigenanteil deutlich.
Welche Wärmepumpe ist die richtige für mein Haus?
Für die meisten Bestandsgebäude ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe die wirtschaftlichste Wahl, weil sie ohne Bohrung und Genehmigung auskommt. Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen arbeiten effizienter, lohnen sich aber vor allem bei passendem Grundstück und höherem Wärmebedarf.
Brauche ich für eine Erdwärmepumpe eine Genehmigung?
Ja. Erdwärmebohrungen müssen bei der unteren Wasserbehörde angemeldet und genehmigt werden; die Bearbeitung dauert meist 4–12 Wochen. In Wasserschutzgebieten sind Bohrungen oft nicht zulässig. Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist dagegen in der Regel keine Genehmigung nötig.
Wie viel Förderung bekomme ich 2026?
Die Grundförderung beträgt 30 %, kombinierbar mit Klimageschwindigkeitsbonus (20 %), Einkommensbonus (30 %) und Effizienzbonus (5 %). Der maximale Fördersatz ist auf 70 % gedeckelt, der Zuschuss auf 21.000 € pro Einfamilienhaus.
Lohnt sich eine Wärmepumpe auch im Altbau?
Ja, in den allermeisten Fällen. Entscheidend ist eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur. Häufig genügen dafür der Austausch einzelner Heizkörper oder ein hydraulischer Abgleich – eine Komplettsanierung ist meist nicht erforderlich.
Fazit
Eine Wärmepumpe einbauen zu lassen kostet je nach Typ 15.000–45.000 € – die Luft-Wasser-Variante ist am günstigsten und für die meisten Häuser ideal, Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen punkten mit höherer Effizienz. Dank bis zu 70 % BEG-Förderung sinkt der Eigenanteil erheblich. Lass dich von einem Fachbetrieb beraten, welcher Typ zu deinem Haus passt.
