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Luft-Luft Wärmepumpe: Kosten, Typen & Vor-/Nachteile 2026

von Clever-Bauen.de Redaktion | Juni 9, 2026

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe ist die günstigste Art, mit Umweltenergie zu heizen – und kann im Sommer sogar kühlen. Anders als die bekanntere Luft-Wasser-Wärmepumpe kommt sie ohne Heizwasserkreislauf aus und verteilt die Wärme direkt über die Raumluft. In diesem Ratgeber erfährst du, was eine Luft-Luft-Wärmepumpe 2026 kostet, welche Typen es gibt, wo ihre Vor- und Nachteile liegen und wann sie sogar gefördert wird.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Single-Split (1 Raum) ab 1.500 €, Multi-Split fürs ganze Einfamilienhaus 8.000–14.000 €
  • Heizt und kühlt – bereitet aber in der Regel kein Warmwasser
  • Ideal für gut gedämmte Neubauten sowie als Zusatz- oder Einzelraumheizung
  • Förderung nur als alleinige Heizung (JAZ ≥ 3 und ≥ 65 % erneuerbar) – als reines Klimagerät nicht
  • Effizient (SCOP 3,5–4,2), die Leistung sinkt aber bei großer Kälte

Was kostet eine Luft-Luft-Wärmepumpe?

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe ist technisch eine heizfähige Split-Klimaanlage. Der Preis hängt davon ab, wie viele Räume du versorgen willst. Die folgende Tabelle zeigt typische Gesamtkosten inklusive Montage (Stand 2026):

Variante Kosten inkl. Montage
Single-Split (1 Innengerät, ein Raum) 1.500–3.500 €
Multi-Split (2–3 Räume) 5.500–10.000 €
Multi-Split, ganzes Einfamilienhaus (4–5 Räume) 8.000–14.000 €
Kanalsystem (VRF/Ducted) ab 5.000 €

Im laufenden Betrieb ist die Luft-Luft-Wärmepumpe sparsam: Dank einer hohen Effizienz (SCOP 3,5–4,2) kostet das Heizen eines gut gedämmten Einfamilienhauses meist nur rund 300–400 € Strom pro Jahr – mit eigener Photovoltaik sogar noch weniger. Die Wartung schlägt mit etwa 150–300 € pro Jahr zu Buche. Wichtig: Warmwasser bereitet das System nicht – dafür brauchst du eine separate Lösung wie eine Brauchwasser-Wärmepumpe (ab ca. 800 €).

Wie funktioniert eine Luft-Luft-Wärmepumpe?

Ein Außengerät entzieht der Außenluft Wärme und überträgt sie per Kältemittel auf ein oder mehrere Innengeräte, die die erwärmte Luft direkt im Raum verteilen. Es gibt also keinen Heizwasserkreislauf, keine Heizkörper und keine Fußbodenheizung. Das ist der zentrale Unterschied zur klassischen Wärmepumpe: Während die Luft-Wasser-Variante das gesamte Haus inklusive Warmwasser über das Heizsystem versorgt, heizt die Luft-Luft-Wärmepumpe ausschließlich über die Luft.

Ein praktischer Vorteil: Über ein Umschaltventil arbeitet das Gerät im Sommer als Klimaanlage und kühlt die Räume. Eine moderne Split-Klimaanlage und eine Luft-Luft-Wärmepumpe sind technisch dasselbe.

Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile Nachteile
Günstige Anschaffung (ab 1.500 €) Bereitet kein Warmwasser
Heizen und Kühlen in einem Gerät Effizienz sinkt bei großer Kälte
Einfache, platzsparende Montage (keine Heizungsrohre) Nicht mit Heizkörpern/Fußbodenheizung nutzbar
Zusätzliche Frischluft- und Filterfunktion Geräusch ca. 45–55 dB (Grenzwerte beachten)
Niedrige Betriebskosten in gut gedämmten Häusern Nur eingeschränkt förderfähig; Lebensdauer ca. 15–20 Jahre

Für wen lohnt sich eine Luft-Luft-Wärmepumpe?

Ihre Stärken spielt die Luft-Luft-Wärmepumpe vor allem in diesen Fällen aus:

  • Gut gedämmte Neubauten & Passivhäuser: Hier kann sie als alleinige Heizung dienen – effizient und günstig.
  • Einzelne Räume: Als schnelle Lösung zum Heizen und Kühlen einzelner Zimmer, Anbauten oder des Homeoffice.
  • Ergänzungsheizung: Zur Unterstützung einer bestehenden Heizung an Übergangstagen, kombiniert mit Klimafunktion im Sommer.

Weniger geeignet ist sie für unsanierte Altbauten mit Heizkörpern und überall dort, wo viel Warmwasser gebraucht wird. In diesen Fällen ist die vielseitigere Luft-Wasser-Wärmepumpe meist die bessere Wahl – einen Überblick über alle Typen findest du in unserem Ratgeber Wärmepumpe einbauen lassen.

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Wird eine Luft-Luft-Wärmepumpe gefördert?

Hier kursieren viele Halbwahrheiten – deshalb die klare Faktenlage für 2026: Eine Luft-Luft-Wärmepumpe kann über die KfW-Heizungsförderung (Programm 458, BEG) bezuschusst werden, aber nur unter Bedingungen:

  • Sie muss als vollwertige, alleinige Heizung dienen – nicht nur als Klimagerät oder Zusatzheizung neben einer fossilen Anlage.
  • Sie muss eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von mindestens 3 erreichen und mindestens 65 % der Heizleistung aus erneuerbarer Energie decken.
  • Das Modell muss auf der Liste förderfähiger Wärmepumpen des BAFA stehen und von einem Fachbetrieb eingebaut werden.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, gelten dieselben Sätze wie für andere Wärmepumpen: 30 % Grundförderung, mit Boni bis zu 70 %, bei förderfähigen Kosten von maximal 30.000 € – also bis zu 21.000 € Zuschuss. In der Praxis schaffen Luft-Luft-Wärmepumpen die 65-%-Hürde aber vor allem in gut gedämmten Gebäuden; als Einzelraum- oder Klimalösung gibt es keine Förderung. Den Effizienzbonus erhalten Luft-Luft-Geräte zudem nicht.

Alternativ kannst du den Steuerbonus nach §35c EStG nutzen: 20 % der Kosten (maximal 40.000 € pro Objekt) über drei Jahre, sofern das Gerät die Effizienz-Mindestanforderungen erfüllt und das Haus älter als zehn Jahre ist. Steuerbonus und KfW-Förderung lassen sich nicht kombinieren – du wählst eins von beiden.

Häufige Fragen (FAQ)

Was kostet eine Luft-Luft-Wärmepumpe?

Eine Single-Split-Anlage für einen Raum kostet inklusive Montage 1.500–3.500 €. Ein Multi-Split-System für das ganze Einfamilienhaus liegt bei 8.000–14.000 €. Hinzu kommen rund 300–400 € Heizstrom pro Jahr in einem gut gedämmten Haus.

Kann eine Luft-Luft-Wärmepumpe auch kühlen?

Ja. Über ein Umschaltventil arbeitet sie im Sommer wie eine Klimaanlage und kühlt die Räume. Heizen und Kühlen mit einem Gerät ist einer ihrer größten Vorteile.

Macht eine Luft-Luft-Wärmepumpe auch warmes Wasser?

In der Regel nicht. Sie erwärmt nur die Raumluft. Für Warmwasser brauchst du eine separate Lösung, zum Beispiel eine Brauchwasser-Wärmepumpe (ab ca. 800 €) oder einen Durchlauferhitzer.

Wird eine Luft-Luft-Wärmepumpe gefördert?

Nur, wenn sie als alleinige Heizung dient, eine JAZ von mindestens 3 erreicht und mindestens 65 % der Heizleistung erneuerbar deckt. Dann sind über die KfW (Programm 458) bis zu 70 % Förderung möglich. Als Klimagerät oder Zusatzheizung wird sie nicht gefördert; alternativ ist der Steuerbonus nach §35c EStG möglich.

Für welche Häuser eignet sie sich?

Am besten für gut gedämmte Neubauten und Passivhäuser sowie als Zusatz- oder Einzelraumheizung mit Kühlfunktion. Für unsanierte Altbauten mit Heizkörpern und hohen Warmwasserbedarf ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe meist besser geeignet.

Fazit

Die Luft-Luft-Wärmepumpe ist die günstigste Wärmepumpen-Variante (ab 1.500 €) und punktet mit Heiz- und Kühlfunktion in einem Gerät. Sie eignet sich vor allem für gut gedämmte Neubauten und als Einzelraum- oder Zusatzheizung – Warmwasser und der Betrieb mit Heizkörpern sind aber nicht möglich. Gefördert wird sie nur als vollwertige Alleinheizung. Lass dich von einem Fachbetrieb beraten, ob sie zu deinem Haus passt.

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