Die Erdwärmepumpe ist die sparsamste Wärmepumpe, die du in ein Einfamilienhaus bauen kannst, und zugleich die teuerste. Der Grund ist die Wärmequelle: Für die Sonde muss ein Bohrgerät auf dein Grundstück, für den Kollektor wird der halbe Garten aufgegraben. Beides kostet mehr, als der niedrigere Stromverbrauch in den ersten zwanzig Jahren wieder hereinholt.
Trotzdem gibt es gute Gründe für Erdwärme, und die haben meist wenig mit der Stromrechnung zu tun. Dieser Ratgeber zeigt dir, woraus sich die Kosten zusammensetzen, was die Bohrung pro Meter kostet, wie die Förderung seit Juli 2026 rechnet und in welchen Fällen sich der Aufpreis für dich lohnt.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Komplett installiert kostet eine Erdwärmepumpe 25.000 bis 45.000 Euro mit Erdsonde und 20.000 bis 30.000 Euro mit Flächenkollektor
- Die Bohrung kostet 60 bis 120 Euro je Meter, ein Einfamilienhaus braucht 150 bis 250 Bohrmeter
- Im Betrieb spart sie gegenüber einer Luft-Wasser-Wärmepumpe 200 bis 400 Euro Strom im Jahr
- Die KfW fördert 30 bis 80 Prozent, aber nur auf 28.000 Euro Kosten; den Erdwärme-Bonus von 5 Prozent gibt es seit dem 21. Juli 2026 nicht mehr
- Die Bohrung muss einen Monat vorher bei der unteren Wasserbehörde angezeigt werden
- Die Sonde hält 50 Jahre und länger, das Gerät 18 bis 20 Jahre; beim Gerätetausch fällt keine Bohrung mehr an
Woraus sich die Kosten zusammensetzen
Bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe kaufst du im Wesentlichen ein Gerät und lässt es anschließen. Bei der Erdwärmepumpe kommt ein zweites Gewerk dazu: die Erschließung der Wärmequelle. Die macht den Unterschied im Preis aus, denn das Gerät selbst ist nicht teurer als ein vergleichbares Luftgerät.
| Kostenbaustein | Preis 2026 | Anmerkung |
|---|---|---|
| Sole-Wasser-Wärmepumpe (Gerät) | 9.000 bis 15.000 € | 8 bis 12 kW, oft mit integriertem Warmwasserspeicher |
| Installation, Hydraulik, Speicher, Elektrik | 5.000 bis 9.000 € | inklusive hydraulischem Abgleich und Inbetriebnahme |
| Erdsonde mit Bohrung | 8.000 bis 20.000 € | 150 bis 250 Bohrmeter, je nach Boden |
| oder Flächenkollektor | 6.000 bis 15.000 € | inklusive Erdarbeiten, braucht viel Garten |
| oder Erdwärmekörbe | 5.000 bis 9.000 € | 130 bis 160 m² Gartenfläche |
| Anzeige und Genehmigung | 150 bis 500 € | Gebühren der Behörde, bei Bohrung |
| Gesamt mit Erdsonde | 25.000 bis 45.000 € | vor Förderung |
| Gesamt mit Kollektor | 20.000 bis 30.000 € | vor Förderung |
Zum Vergleich: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet im Bestand 15.000 bis 28.000 Euro, was die einzelnen Posten dort ausmacht, steht im Ratgeber Wärmepumpe einbauen lassen. Der Aufpreis für Erdwärme liegt also bei 8.000 bis 15.000 Euro, und fast der gesamte Betrag steckt im Boden.
Die Bohrung: was der Meter kostet und wie viele du brauchst
Eine Erdsonde ist ein Bündel aus Kunststoffrohren, das in ein senkrechtes Bohrloch eingelassen und mit einer wärmeleitenden Zementmischung verpresst wird. Darin zirkuliert ein Wasser-Frostschutz-Gemisch, die Sole, und holt die Wärme aus dem Erdreich. In 10 Metern Tiefe herrschen ganzjährig etwa 10 Grad, das ist der Grund für die hohe Effizienz im Winter.
Wie viele Meter du brauchst, hängt vom Boden ab. Fachleute rechnen mit der Entzugsleistung nach VDI 4640: Lehm und Schluff liefern etwa 45 bis 55 Watt je Meter, wassergesättigter Sand 65 bis 70, fester Granit oder Gneis 55 bis 70 Watt. Für ein Haus mit 10 kW Heizlast müssen rund 7,5 kW aus dem Boden kommen, den Rest steuert der Strom bei. Bei 50 Watt je Meter sind das 150 Bohrmeter, bei schlechtem Boden bis zu 250.
Der Preis liegt 2026 bei 60 bis 120 Euro je Bohrmeter, in weichem Boden am unteren Ende, im harten Fels am oberen. Daraus ergeben sich 9.000 bis 30.000 Euro für die reine Bohrung, in der Praxis meist 8.000 bis 20.000 Euro inklusive Sonde und Verpressung. Die Bohrmeter werden fast immer auf zwei Sonden verteilt, weil ab 100 Metern Tiefe zusätzlich das Bergrecht greift und die Anzeige aufwendiger wird.
Drei Dinge solltest du vor dem Auftrag klären. Erstens die Zufahrt: Das Bohrgerät fährt auf Raupen und muss samt Bohrgestänge auf das Grundstück kommen, der Bohrschlamm muss abgefahren werden. Zweitens den Abstand zur Grenze: Je nach Bundesland gelten 3 bis 5 Meter Mindestabstand für die Sonde, auf schmalen Grundstücken wird das eng. Drittens das Bohrrisiko: Trifft der Bohrer auf Fels oder wasserführende Schichten, steigen die Kosten. Seriöse Bohrfirmen prüfen vorher die geologische Karte des Landesamts und nennen dir einen Preis je Meter mit klarer Regel für Mehrtiefe. Lass dir das schriftlich geben.
Flächenkollektor, Grabenkollektor und Erdwärmekörbe
Wer ein großes Grundstück hat, kann auf die Bohrung verzichten. Der Flächenkollektor besteht aus Rohrschlangen, die in 1,2 bis 1,5 Metern Tiefe verlegt werden, also unterhalb der Frostgrenze. Er nutzt weniger die Erdwärme aus der Tiefe als die Sonnenwärme und den Regen, die im Sommer den Boden aufladen. Die Faustregel lautet: eineinhalb- bis zweieinhalbmal so viel Fläche wie beheizte Wohnfläche, bei 140 Quadratmetern also 200 bis 350 Quadratmeter Garten. Die Entzugsleistung liegt je nach Boden bei 10 bis 40 Watt je Quadratmeter, feuchter Lehm ist gut, trockener Sand schlecht.
Die Fläche darf danach nicht überbaut werden, keine Terrasse, keine Garage, keine tief wurzelnden Bäume. Rasen, Beete und Sträucher sind kein Problem. Wer den Garten ohnehin neu anlegt oder gerade baut, hat den Vorteil, dass der Aushub sowieso ansteht.
| Wärmequelle | Erschließung | Platzbedarf | Behörde |
|---|---|---|---|
| Erdsonde | 8.000 bis 20.000 € | nur Bohrstelle und Zufahrt | Anzeige Wasserbehörde, über 100 m auch Bergamt |
| Flächenkollektor | 6.000 bis 15.000 € | 1,5- bis 2,5-fache Wohnfläche | je nach Land Anzeige oder frei, im Wasserschutzgebiet fragen |
| Grabenkollektor | 3.000 bis 7.000 € | schmale Gräben, deutlich weniger Fläche | wie Flächenkollektor |
| Erdwärmekörbe | 5.000 bis 9.000 € | 130 bis 160 m² | wie Flächenkollektor |
Der Grabenkollektor ist die günstigste Variante: Die Rohre liegen in mehreren Lagen in schmalen Gräben, ein Bagger schafft das an einem Tag, und wer selbst mit anpackt, kommt noch günstiger weg. Erdwärmekörbe sind spiralförmig gewickelte Rohre, die in 2 bis 4 Meter tiefe Löcher gesetzt werden; sie brauchen etwa halb so viel Fläche wie ein Flächenkollektor.
Genehmigung: Anzeige, Fristen und Sperrgebiete
Eine Bohrung für eine Erdsonde ist ein Eingriff ins Grundwasser, deshalb ist sie nach § 49 Wasserhaushaltsgesetz mindestens einen Monat vor Beginn bei der unteren Wasserbehörde des Landkreises anzuzeigen. Zusätzlich muss sie zwei Wochen vorher dem geologischen Dienst des Landes gemeldet werden. Ab 100 Metern Tiefe kommt eine Anzeige beim Bergamt dazu. Die Behörde prüft, ob am Standort gebohrt werden darf, und erteilt in der Regel eine Erlaubnis mit Auflagen, etwa zur Verpressung oder zur Sondentiefe. Rechne mit Gebühren von 150 bis 500 Euro und mit vier bis zwölf Wochen, bis alles durch ist.
In Wasserschutzgebieten der Zonen I und II sind Bohrungen verboten, in Zone III werden sie im Einzelfall geprüft. In manchen Regionen sind Bohrungen wegen quellfähiger Gesteinsschichten eingeschränkt oder untersagt. Die Landesämter für Geologie führen dafür Karten, in denen du deinen Standort vorab nachschlagen kannst, oft direkt online.
Für die Förderung gilt eine weitere Bedingung: Die Bohrfirma muss nach dem DVGW-Arbeitsblatt W 120-2 zertifiziert sein, und für die Bohrung muss eine verschuldensunabhängige Versicherung gegen Bohrschäden bestehen. Das ist kein bürokratischer Zusatz, sondern dein Schutz, falls beim Bohren etwas schiefgeht. Frag beim Angebot nach dem Zertifikat.
Stromverbrauch und Kosten im Monat
Hier spielt die Erdwärmepumpe ihren Vorteil aus. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hat 77 Anlagen im Bestand vier Jahre lang vermessen: Luft-Wasser-Wärmepumpen kamen im Mittel auf eine Jahresarbeitszahl von 3,4, Erdwärmepumpen auf 4,3. Das liegt daran, dass der Boden auch im Januar 10 Grad hat, während die Luft dann bei null oder darunter liegt und die Luftwärmepumpe genau dann am schlechtesten arbeitet, wenn das Haus am meisten Wärme braucht.
Gerechnet für dasselbe Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern wie im Ratgeber Wärmepumpe: Stromverbrauch pro Jahr berechnen, mit 20 Prozent Aufschlag für Warmwasser und einem Wärmepumpentarif von 23 Cent:
| Einfamilienhaus 140 m² | Wärmebedarf | Luft-Wasser (JAZ 3,4) | Erdwärme (JAZ 4,3) | Ersparnis |
|---|---|---|---|---|
| saniert | 15.100 kWh | 4.400 kWh, rund 1.010 € | 3.500 kWh, rund 810 € | rund 200 € |
| teilsaniert | 21.000 kWh | 6.200 kWh, rund 1.430 € | 4.900 kWh, rund 1.130 € | rund 300 € |
| unsaniert | 29.400 kWh | 8.600 kWh, rund 1.980 € | 6.800 kWh, rund 1.570 € | rund 400 € |
Auf den Monat gerechnet zahlst du für den Strom der Erdwärmepumpe also etwa 70 Euro im sanierten, 95 Euro im teilsanierten und 130 Euro im unsanierten Haus. Dazu kommt die Wartung mit 150 bis 300 Euro im Jahr, sie ist bei Erd- und Luftgeräten ähnlich, wie der Ratgeber zu den Wartungskosten zeigt. Insgesamt liegen die laufenden Kosten bei 85 bis 155 Euro im Monat. Je schlechter das Haus gedämmt ist, desto größer wird der Abstand zur Luftwärmepumpe, weil die Jahresarbeitszahl auf einen größeren Verbrauch wirkt.
Förderung 2026: was die Erdwärmepumpe bekommt und was nicht
Die Erdwärmepumpe wird über das KfW-Programm 458 gefördert, mit denselben Sätzen wie jede andere Wärmepumpe: 30 Prozent Grundförderung, 16 Prozent Klimageschwindigkeitsbonus beim Austausch einer alten Öl-, Kohle- oder mindestens 20 Jahre alten Gasheizung, dazu ein Einkommensbonus von 40, 30 oder 10 Prozent je nach zu versteuerndem Haushaltseinkommen. Zusammen sind höchstens 80 Prozent möglich. Was sich zum 21. Juli 2026 geändert hat, steht im Ratgeber zur gekürzten Wärmepumpen-Förderung.
Zwei Punkte sind für Erdwärme entscheidend. Erstens: Den Effizienzbonus von 5 Prozent, den es bis Juli 2026 zusätzlich für Erd- und Grundwasserwärmepumpen gab, gibt es nicht mehr. Viele Rechner im Netz führen ihn noch, rechne ihn nicht mit ein. Zweitens: Die Förderung gilt nur auf 28.000 Euro förderfähige Kosten je Wohneinheit. Bohrung, Sonde, Kollektor und Erdarbeiten sind zwar förderfähig, aber der Deckel bleibt derselbe wie bei einer Luftwärmepumpe. Genau hier liegt das Problem.
Ein Beispiel mit alter Ölheizung, ohne Einkommensbonus, also 46 Prozent: Die Luft-Wasser-Wärmepumpe für 26.000 Euro bekommt 11.960 Euro Zuschuss, dein Eigenanteil liegt bei rund 14.000 Euro. Die Erdwärmepumpe mit Sonde für 38.000 Euro bekommt 46 Prozent von 28.000 Euro, also 12.880 Euro, dein Eigenanteil liegt bei rund 25.000 Euro. Der Zuschuss ist fast gleich, der Aufpreis von 12.000 Euro bleibt praktisch komplett bei dir. Selbst beim Höchstsatz von 80 Prozent ändert sich daran wenig, weil die Erdwärmepumpe am Deckel von 22.400 Euro hängen bleibt.
Als Alternative zur KfW gibt es den Steuerbonus nach § 35c EStG mit 20 Prozent auf bis zu 200.000 Euro, verteilt über drei Jahre. Bei 38.000 Euro wären das 7.600 Euro, weniger als die KfW-Grundförderung. Er lohnt sich nur, wenn du keinen Antrag mehr stellen kannst oder die Frist verpasst hast.
Lohnt sich der Aufpreis?
Mit der Stromersparnis allein: nein, jedenfalls nicht in einem Zeitraum, den man überblickt. Rund 12.000 Euro mehr Eigenanteil gegen 200 bis 400 Euro Ersparnis im Jahr ergeben 30 bis 60 Jahre. Auch wenn der Strompreis steigt, wird daraus keine kurze Rechnung.
Anders sieht es aus, wenn man die Lebensdauer einbezieht. Die Erdsonde hält 50 bis 100 Jahre, das Wärmepumpengerät 18 bis 20. Wer nach zwanzig Jahren ein neues Gerät braucht, kauft nur noch das Gerät, die Bohrung bleibt. Eine Kurzstudie von Prognos im Auftrag des Bundesverbands Geothermie und des Bundesverbands Wärmepumpe vom April 2026 hat die Gesamtkosten auf dieser Basis annualisiert: Bei 60 Jahren Sondenlebensdauer liegt die Erdwärmepumpe im Einfamilienhaus über 20 Jahre gerechnet 8 Prozent unter der Luftwärmepumpe, im Mehrfamilienhaus fällt der Vorteil noch etwas größer aus. Das ist eine Rechnung für Eigentümer, die lange bleiben oder das Haus in der Familie weitergeben. Wer in zehn Jahren verkauft, zahlt drauf.
Wann Erdwärme trotzdem die richtige Wahl ist
Die überzeugenden Gründe für eine Erdwärmepumpe sind selten finanzieller Art.
Der häufigste ist Lärm und Platz. Die Erdwärmepumpe hat kein Außengerät, sie steht komplett im Keller oder Hauswirtschaftsraum und ist dort etwa so laut wie ein Kühlschrank. Wo der Abstand zum Nachbarn knapp ist oder die Lärmgrenze am Nachbarfenster nicht sicher einzuhalten ist, löst die Sonde beide Probleme auf einmal. Im Reihenhaus ist sie deshalb oft die einzige Wärmepumpe, die ohne Streit funktioniert.
Der zweite Grund ist Kühlen. Im Sommer kann die Sole-Wasser-Wärmepumpe die Raumwärme über die Fußbodenheizung ins Erdreich abgeben, ohne dass der Verdichter läuft. Nur die Umwälzpumpe arbeitet, mit 100 bis 150 Watt. Über eine Kühlsaison sind das 30 bis 80 Kilowattstunden, also unter 20 Euro, für 2 bis 4 Grad weniger Raumtemperatur. Bei vielen Geräten ist die Funktion integriert, sonst kostet das Modul 300 bis 800 Euro Aufpreis. Nebenbei lädt die eingebrachte Wärme den Boden für den Winter wieder auf.
Der dritte Grund ist ein Haus mit hohem Wärmebedarf. Je mehr Wärme das Haus braucht und je kälter die Winter am Standort sind, desto stärker fällt der Unterschied in der Jahresarbeitszahl ins Gewicht. Im unsanierten Haus wächst die Ersparnis auf 400 Euro im Jahr und mehr, und die Erdwärmepumpe bleibt auch bei minus 15 Grad bei voller Leistung, während die Luftwärmepumpe dann an Leistung verliert und oft der Heizstab einspringt.
Der vierte Grund ist der Neubau. Dort steht der Bagger ohnehin auf dem Grundstück, der Garten ist noch nicht angelegt, und die Bohrung lässt sich vor dem Rohbau erledigen. Der Aufpreis ist im Neubau kleiner, und die Sonde begleitet das Haus über mehrere Gerätegenerationen.
Die Nachteile
Neben dem Preis ist es vor allem die Zeit. Zwischen Angebot und erster Wärme liegen bei einer Sonde meist drei bis sechs Monate: Anzeige, Wartefrist, Bohrtermin, dann erst die Installation. Wer im Herbst mit kaputter Heizung dasteht, kommt mit Erdwärme nicht durch den Winter.
Das Bohrrisiko trägt der Bauherr. Die geologische Karte reduziert die Unsicherheit, beseitigt sie aber nicht. Fels, Hohlräume oder wasserführende Schichten können die Bohrung verteuern oder in seltenen Fällen abbrechen lassen. Deshalb sind die zertifizierte Bohrfirma und die Versicherung so wichtig.
Beim Kollektor ist der Garten für eine Saison eine Baustelle. Die gesamte Fläche wird auf 1,5 Meter Tiefe ausgehoben, bestehende Bäume in der Fläche müssen weichen, und die Fläche bleibt dauerhaft von Bebauung frei. Und wer im Wasserschutzgebiet wohnt, bekommt unter Umständen gar keine Genehmigung. Das solltest du als Erstes prüfen, bevor du Angebote einholst.
Häufige Fragen
Was kostet eine Erdwärmepumpe im Einfamilienhaus?
Komplett installiert 25.000 bis 45.000 Euro mit Erdsonde und 20.000 bis 30.000 Euro mit Flächenkollektor, jeweils vor Förderung. Davon entfallen 9.000 bis 15.000 Euro auf das Gerät, 5.000 bis 9.000 Euro auf die Installation und der Rest auf die Wärmequelle. Nach Förderung bleiben je nach Fördersatz 15.000 bis 30.000 Euro Eigenanteil.
Was kostet die Erdwärmebohrung pro Meter?
60 bis 120 Euro je Bohrmeter inklusive Sonde und Verpressung, in weichem Boden weniger, im Fels mehr. Ein Einfamilienhaus mit 10 kW Heizlast braucht 150 bis 250 Bohrmeter, meist auf zwei Sonden verteilt. Das ergibt 8.000 bis 20.000 Euro für die Bohrung.
Wie viel Strom verbraucht eine Erdwärmepumpe im Jahr?
Bei einer Jahresarbeitszahl von 4,3 verbraucht ein saniertes Haus mit 140 Quadratmetern rund 3.500 Kilowattstunden, ein teilsaniertes 4.900 und ein unsaniertes 6.800. Das sind 20 bis 25 Prozent weniger als bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im selben Haus.
Was kostet eine Erdwärmepumpe im Monat?
Für Strom 70 bis 130 Euro je nach Dämmzustand des Hauses, dazu 15 bis 25 Euro für die Wartung. Insgesamt also 85 bis 155 Euro im Monat bei einem Wärmepumpentarif von 23 Cent.
Wird die Bohrung gefördert?
Ja, Bohrung, Sonde, Kollektor und Erdarbeiten zählen zu den förderfähigen Kosten der KfW-Heizungsförderung. Der Deckel von 28.000 Euro je Wohneinheit gilt aber für die gesamte Maßnahme, deshalb bleibt der Aufpreis für die Bohrung meist ungefördert. Den früheren Erdwärme-Bonus von 5 Prozent gibt es seit dem 21. Juli 2026 nicht mehr.
Braucht man für Erdwärme eine Genehmigung?
Die Bohrung muss einen Monat vorher bei der unteren Wasserbehörde und zwei Wochen vorher beim geologischen Landesdienst angezeigt werden. Die Behörde erteilt dann eine Erlaubnis mit Auflagen. In Wasserschutzgebieten der Zonen I und II ist eine Bohrung nicht möglich. Für einen Flächenkollektor reicht je nach Bundesland eine Anzeige, teils entfällt sie ganz.
Wie lange hält eine Erdsonde?
Die Kunststoffrohre im Boden halten 50 bis 100 Jahre und sind wartungsfrei. Das Wärmepumpengerät im Haus hält 18 bis 20 Jahre. Beim Gerätetausch wird die vorhandene Sonde einfach weiter genutzt, die Bohrung fällt nur einmal an.
Passende Ratgeber
Was du als Nächstes tun kannst
- Schlag deinen Standort in der Erdwärme-Karte deines Landesamts für Geologie nach: Wasserschutzgebiet, Bohrverbot, Bodenart.
- Lass die Heizlast nach DIN EN 12831 berechnen, daraus ergibt sich die Zahl der Bohrmeter oder die Kollektorfläche.
- Hol Angebote von Fachbetrieben ein, die Wärmepumpe und Bohrung aus einer Hand anbieten, und frag nach dem DVGW-Zertifikat der Bohrfirma.
- Lass dir den Preis je Bohrmeter und die Regel für Mehrtiefe schriftlich geben.
- Stell den KfW-Antrag, bevor du den Auftrag erteilst, und rechne ohne den alten 5-Prozent-Bonus.
