Das Dach ist undicht, die Ziegel sind verwittert oder du planst ohnehin eine energetische Sanierung? Dann steht die Frage im Raum: Was kostet es, ein Dach neu zu decken? In diesem Ratgeber findest du aktuelle Preise pro Quadratmeter für 2026, eine vollständige Kostenaufschlüsselung, den Materialvergleich und eine Beispielrechnung fürs Einfamilienhaus – plus den Tipp, mit dem du bis zu 20 % Förderung sicherst.
- Einfache Neueindeckung: 80–130 €/m², mit Aufsparrendämmung 150–250 €/m²
- Einfamilienhaus (120–150 m² Dachfläche) komplett: meist 12.000–45.000 €
- Material: Betondachstein ab 20 €/m², Tonziegel 45–70 €/m², Schiefer/Metall 90–180 €/m²
- Reine Neueindeckung ist nicht förderfähig – mit Dämmung gibt es 15 % + 5 % BAFA oder 20 % Steuerbonus
- Gerüst, Abriss und Entsorgung immer mit einplanen
Was kostet es, ein Dach neu zu decken?
Der Quadratmeterpreis hängt vor allem davon ab, wie viel gemacht wird: Geht es nur um eine neue Eindeckung, oder kommen Dämmung und ein neuer Dachstuhl dazu? Die folgende Tabelle zeigt die typischen Preisspannen pro m² Dachfläche (Stand 2026):
| Umfang der Arbeiten | Kosten pro m² |
|---|---|
| Einfache Neueindeckung (ohne Dämmung) | 80–130 € |
| Neueindeckung mit Aufsparrendämmung | 150–250 € |
| Komplettsanierung (inkl. Dachstuhl) | 250–400 € |
Die meisten Hausbesitzer entscheiden sich bei einer ohnehin fälligen Neueindeckung dafür, gleich die Dämmung mitzumachen – das spart eine zweite Baustelle und schaltet die Förderung frei (mehr dazu weiter unten).
Kostenaufschlüsselung pro m²
Damit du nachvollziehen kannst, woraus sich der Preis zusammensetzt, hier die einzelnen Posten je Quadratmeter:
| Posten | Kosten pro m² |
|---|---|
| Dachziegel / Eindeckungsmaterial | 20–100 € |
| Dachdecker-Lohn (Verlegung & Montage) | 60–120 € |
| Lattung & Unterkonstruktion (inkl. Unterspannbahn) | 15–45 € |
| Abriss & Entsorgung der alten Eindeckung | 10–25 € |
| Gerüst | 10–20 € |
| Dämmung (optional, schaltet Förderung frei) | 30–80 € |
Dazu kommen je nach Dach noch Nebenarbeiten wie neue Dachrinnen, Ortgänge, Anschlüsse, Schornsteinkopf oder Dachfenster. Plane dafür einen Puffer ein – gerade im Altbau zeigen sich Überraschungen oft erst, wenn die alte Eindeckung herunten ist.
Dacheindeckung-Materialien im Vergleich
Das Material entscheidet stark über Preis, Optik und Lebensdauer. Diese Übersicht zeigt die gängigen Eindeckungen (reine Materialkosten pro m²):
| Material | Preis pro m² | Eigenschaften |
|---|---|---|
| Betondachstein | 20–50 € | Günstig, robust, schwer; Lebensdauer 40–60 Jahre |
| Tondachziegel | 45–70 € | Klassisch, farbecht, langlebig; 50–80 Jahre |
| Metall (Aluminium, Zink, Trapezblech) | 35–180 € | Leicht, schnell verlegt, ideal bei flacher Neigung |
| Schiefer | 90–180 € | Edel, sehr langlebig (80–100 Jahre), aufwendig zu verlegen |
Für die meisten Einfamilienhäuser sind Beton- oder Tondachziegel die wirtschaftlichste Wahl. Schiefer und hochwertige Metalleindeckungen sind teurer, halten dafür über Generationen.
Was kostet ein neues Dach fürs Einfamilienhaus?
Ein typisches Satteldach auf einem Einfamilienhaus hat rund 120–150 m² Dachfläche – also deutlich mehr als die Wohn- oder Grundfläche. Je nach Umfang ergeben sich diese Gesamtkosten (Stand 2026):
| Umfang | Gesamtkosten (120–150 m² Dach) |
|---|---|
| Neueindeckung mit Betondachsteinen | 12.000–20.000 € |
| Neueindeckung inkl. Aufsparrendämmung | 20.000–40.000 € |
| Komplettsanierung (Dachstuhl, Dämmung, Premium-Material) | bis 60.000 €+ |
Diese Spannen sind bewusst breit, weil Dachform, Neigung, Anzahl der Gauben und der Zustand des Dachstuhls den Preis stark beeinflussen. Den verbindlichen Preis bekommst du nur über ein Vor-Ort-Aufmaß – am besten von mehreren Dachdeckerbetrieben zum Vergleich.
Diese Faktoren beeinflussen den Preis
- Dachfläche & Form: Walmdächer, Gauben und viele Anschlüsse erhöhen den Aufwand gegenüber einem einfachen Satteldach.
- Material: Betonstein ist am günstigsten, Schiefer und Metall am teuersten (siehe Tabelle).
- Zustand des Dachstuhls: Sind Sparren oder Lattung morsch, müssen sie ersetzt werden – das kann mehrere Tausend Euro ausmachen.
- Dämmung: Eine Aufsparrendämmung kostet extra, senkt aber dauerhaft die Heizkosten und schaltet die Förderung frei.
- Nebenarbeiten: Gerüst, neue Dachrinnen, Dachfenster oder Schornsteinkopf kommen on top.
- Region & Auslastung: Lohnkosten und Verfügbarkeit der Betriebe schwanken regional spürbar.
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Förderung 2026: Dämmung gleich mitmachen
Wichtig zu wissen: Das reine Neudecken eines Daches wird nicht gefördert – der Staat bezuschusst nur energetische Verbesserungen. Wenn du aber die Gelegenheit nutzt und gleichzeitig eine Aufsparrendämmung einbauen lässt, hast du zwei Wege (nicht kombinierbar):
1. BAFA-Zuschuss über die BEG-Einzelmaßnahme
Die Dämmung der Gebäudehülle – also auch des Dachs – wird über das BAFA mit 15 % der Kosten bezuschusst, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) sind es 20 %. Voraussetzung ist ein U-Wert von höchstens 0,14 W/m²K (Dämmstoffdicke meist ab 18 cm). Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 € pro Wohneinheit gedeckelt (mit iSFP 60.000 €), der maximale Zuschuss liegt bei bis zu 12.000 €. Der Antrag muss vor Auftragsvergabe gestellt werden.
2. Steuerbonus nach §35c EStG
Alternativ kannst du 20 % der Kosten (maximal 40.000 € pro Objekt) über drei Jahre direkt von der Steuer absetzen – ganz ohne Antrag, über die Einkommensteuererklärung. Das Haus muss älter als zehn Jahre sein und selbst bewohnt werden.
Tipp: Wer ohnehin neue Fenster oder eine gedämmte Fassade plant, kann mehrere Maßnahmen bündeln und so die Förderung optimal ausschöpfen. Ein Energieberater rechnet dir beide Varianten durch.
Fachbetrieb beauftragen – so läuft’s ab
- Kostenlose Anfrage stellen: Beschreibe dein Dach (Größe, Form, aktuelle Eindeckung, gewünschtes Material) – du erhältst unverbindliche Vergleichsangebote von Dachdeckern aus deiner Region.
- Dach-Check & Aufmaß vor Ort: Der Fachbetrieb prüft Dachstuhl und Eindeckung, misst die Fläche exakt und erstellt ein verbindliches Angebot inklusive Förder-Hinweis.
- Ausführung & Abnahme: Gerüst stellen, alte Eindeckung abtragen, Lattung und Dämmung erneuern, neu eindecken – je nach Größe und Wetter dauert das ein bis zwei Wochen.
Häufige Fragen (FAQ)
Was kostet es, ein Dach neu zu decken – pro m²?
Eine einfache Neueindeckung kostet 80–130 €/m², mit Aufsparrendämmung 150–250 €/m² und als Komplettsanierung inklusive Dachstuhl 250–400 €/m². Der genaue Preis hängt von Material, Dachform und Zustand des Dachstuhls ab.
Was kostet ein neues Dach fürs Einfamilienhaus?
Für ein typisches Satteldach mit 120–150 m² Dachfläche liegen die Gesamtkosten meist zwischen 12.000 und 45.000 €. Mit neuem Dachstuhl und hochwertigem Material sind auch 60.000 € und mehr möglich.
Welches Dachmaterial ist am günstigsten?
Betondachsteine sind mit 20–50 €/m² das preiswerteste Material und zugleich sehr robust. Tonziegel sind etwas teurer, Schiefer und Metall gehören zu den hochwertigsten und teuersten Eindeckungen.
Wird das Dachdecken gefördert?
Die reine Neueindeckung wird nicht gefördert. Sobald du aber gleichzeitig dämmst (Aufsparrendämmung mit U-Wert ≤ 0,14 W/m²K), bekommst du 15 % BAFA-Zuschuss (mit iSFP 20 %) oder alternativ 20 % Steuerbonus nach §35c EStG.
Wie lange hält ein neu gedecktes Dach?
Das hängt vom Material ab: Betondachsteine halten 40–60 Jahre, Tonziegel 50–80 Jahre und Schiefer sogar 80–100 Jahre. Eine fachgerechte Verlegung und regelmäßige Kontrolle verlängern die Lebensdauer zusätzlich.
Fazit
Ein Dach neu zu decken kostet 2026 je nach Umfang 80–400 €/m², fürs komplette Einfamilienhaus rechnest du mit rund 12.000–45.000 €. Da die reine Eindeckung nicht gefördert wird, lohnt es sich fast immer, die Dämmung gleich mitzumachen – damit sicherst du dir bis zu 20 % Zuschuss oder Steuerbonus. Hol dir mehrere Angebote ein und vergleiche in Ruhe.
