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Wärmepumpe Förderung Bayern 2026: Was KfW, München und Stadtwerke zahlen

von Clever-Bauen.de Redaktion | Okt. 23, 2026

Veröffentlicht am · Redaktion Clever-Bauen.de

Ein eigenes Förderprogramm für die Wärmepumpe im Einfamilienhaus hat der Freistaat Bayern Ende 2026 nicht. Der Zuschuss kommt von der KfW, in einigen Städten und Landkreisen gibt es etwas dazu. Am meisten legt München drauf, allerdings mit einer Bedingung, die viele überrascht: Wer bei der KfW den Klima- oder den Einkommensbonus beantragt, bekommt von der Stadt keine Grundförderung.

Dieser Ratgeber erklärt, was die KfW seit Juli 2026 zahlt, rechnet vier Haushalte durch und zeigt, wann sich das Münchner Programm lohnt. Dazu kommen die Angebote in Nürnberg, Würzburg und im Landkreis Erlangen-Höchstadt, die Genehmigung für Erdwärme und der Grund, warum der Antrag möglichst noch 2026 gestellt werden sollte.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Freistaat Bayern zahlt keinen eigenen Zuschuss für Wärmepumpen, der Energie-Atlas Bayern verweist auf die Bundesförderung
  • Die KfW zahlt 30 Prozent Grundförderung, 16 Prozent für den Austausch einer alten fossilen Heizung und je nach Einkommen bis zu 40 Prozent extra, zusammen höchstens 70 oder 80 Prozent von 28.000 Euro
  • München gibt 15 Prozent dazu, aber nur ohne Klima- und Einkommensbonus der KfW und nur mit Sanierungsfahrplan
  • Für Erdwärme- und Grundwasserwärmepumpen zahlt München bis zu 9.000 Euro extra, auch neben allen KfW-Boni
  • Die N-ERGIE gibt ihren Kunden bis zu 900 Euro, Würzburg bezuschusst ein Standortgutachten, der Landkreis Erlangen-Höchstadt zahlt 250 oder 500 Euro
  • Ab dem 1. Februar 2027 sinken Klimabonus und förderfähige Kosten

Was die KfW seit Juli 2026 zahlt

Der Zuschuss für die Heizung im eigenen Haus läuft in Bayern wie überall über das KfW-Programm 458. Am 21. Juli 2026 hat der Bund die Sätze neu geregelt, das Merkblatt in der aktuellen Fassung gilt seit dem 24. September 2026. Den früheren Effizienzbonus für Erdwärmepumpen und Geräte mit natürlichem Kältemittel gibt es seitdem nicht mehr.

Baustein Satz Wer ihn bekommt
Grundförderung 30 % alle Antragsteller, auch Vermieter
Klimageschwindigkeitsbonus 16 % Selbstnutzer, die eine Öl-, Kohle-, Nachtspeicher- oder Gasetagenheizung ersetzen oder eine Gas- oder Biomasseheizung, die mindestens 20 Jahre alt ist
Einkommensbonus 40, 30 oder 10 % Selbstnutzer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000, 40.000 oder 50.000 Euro, mit Kind unter 18 jeweils 10.000 Euro mehr
Höchstsatz 70 %, ausnahmsweise 80 % 80 % nur bei einem Einkommen bis 30.000 Euro, mit Kind bis 40.000 Euro
Förderfähige Kosten bis 28.000 € für die erste Wohneinheit eines Hauses

Als Einkommen zählt das zu versteuernde Einkommen aus den Steuerbescheiden, gemittelt über das zweite und dritte Jahr vor dem Antrag. Für einen Antrag im Jahr 2026 sind das die Bescheide für 2023 und 2024. Das Bruttogehalt liegt meist deutlich höher und spielt keine Rolle.

Die Reihenfolge gibt die KfW vor. Zuerst stellt der Fachbetrieb oder ein Energieeffizienz-Experte die Bestätigung zum Antrag aus. Dann unterschreibst du den Vertrag mit einer Klausel, nach der er nur bei Bewilligung gilt. Danach stellst du den Antrag im Portal „Meine KfW“, und erst dann dürfen die Arbeiten beginnen. Den Steuerbonus für Sanierungen gibt es für dieselbe Wärmepumpe nicht zusätzlich. Den Eigenanteil kannst du über einen Ergänzungskredit der KfW finanzieren.

Was sich im Februar 2027 ändert

Für Anträge ab dem 1. Februar 2027 beträgt der Klimageschwindigkeitsbonus nur noch 12 Prozent. Danach sinkt er jedes halbe Jahr um weitere 4 Prozentpunkte, ab dem 1. August 2028 fällt er weg. Die förderfähigen Kosten sinken im selben Rhythmus, zuerst auf 27.250 Euro und dann halbjährlich um je 750 Euro. Es zählt der Tag, an dem der Antrag bei der KfW eingeht.

Für das erste Quartal 2027 ist außerdem ein Wertschöpfungsbonus für Wärmepumpen aus europäischer Fertigung geplant. Nach den bisher bekannten Eckpunkten könnte die Grundförderung für Geräte von außerhalb der EU auf 15 Prozent sinken. Die genauen Regeln sind noch nicht veröffentlicht.

Vier Haushalte in Bayern durchgerechnet

Gerechnet ist jeweils eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im selbst bewohnten Einfamilienhaus, das Angebot liegt bei 30.000 Euro, der Antrag geht noch 2026 raus. Gefördert werden davon höchstens 28.000 Euro, die übrigen 2.000 Euro zahlst du in jedem Fall selbst. Die letzte Spalte zeigt, was in München mit dem städtischen Programm möglich wäre.

Ausgangslage KfW-Satz KfW-Zuschuss Du zahlst In München mit FKG
Gasheizung 12 Jahre alt, Einkommen 80.000 € 30 % 8.400 € 21.600 € 12.600 € Zuschuss, du zahlst 17.400 €
Ölheizung, Einkommen 80.000 € 46 % 12.880 € 17.120 € 12.600 €, also weniger als mit Klimabonus
Gasheizung 23 Jahre alt, Einkommen 45.000 €, kein Kind 56 % 15.680 € 14.320 € lohnt sich nicht
Ölheizung, Einkommen 35.000 €, ein Kind 80 % (Höchstsatz) 22.400 € 7.600 € lohnt sich nicht

Im ersten Fall gibt es keinen Klimabonus, weil die Gasheizung jünger als 20 Jahre ist. Genau dort hilft das Münchner Programm mit 4.200 Euro zusätzlich. Im dritten Fall kommen 30, 16 und 10 Prozent zusammen. Im vierten wären es mit 40 Prozent Einkommensbonus 86 Prozent, die KfW deckelt bei 80 Prozent, weil das Einkommen mit Kind unter 40.000 Euro liegt.

Wer später beantragt, bekommt weniger. Im zweiten Fall wären es ab Februar 2027 noch 42 Prozent von 27.250 Euro, also 11.445 Euro und damit rund 1.400 Euro weniger. Wie viel eine Wärmepumpe im Altbau realistisch kostet, steht im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau ohne Dämmung.

Fördert der Freistaat Bayern Wärmepumpen?

Mit einem eigenen Zuschuss nicht. Der Energie-Atlas Bayern, das Energieportal der Staatsregierung, verweist für Wärmepumpen in bestehenden Häusern auf die Bundesförderung für effiziente Gebäude. Die bayerischen Programme, die dort stehen, betreffen Biomasseheizwerke, Wärmenetze und Unternehmen. Privatleuten empfiehlt das Portal, bei der Gemeinde und beim örtlichen Energieversorger nach eigenen Programmen zu fragen.

In älteren Ratgebern taucht noch das 10.000-Häuser-Programm auf, über das Bayern ab 2015 auch den Heizungstausch bezuschusst hat. Im aktuellen Förderüberblick des Freistaats steht es nicht mehr. Ebenfalls veraltet sind Angaben zu einem bayerischen Zuschuss von 4.500 Euro für Erdwärmepumpen. Die Zahl stammt aus einer früheren Förderung des Bundes über das BAFA, die inzwischen durch die heutige Bundesförderung ersetzt ist.

Kein Landesdarlehen für den Heizungstausch

Auch ein günstiges Darlehen vom Land für die Heizung im eigenen Haus gibt es nicht. Die BayernLabo fördert den Bau und Kauf von selbst genutztem Wohneigentum und die Modernisierung von Mietwohnungen. Ihr Programm für Wohnungseigentümergemeinschaften hat sie Ende 2024 eingestellt. Für den Eigenanteil bleiben der Ergänzungskredit der KfW oder ein Kredit der Hausbank.

München: Förderprogramm Klimaneutrale Gebäude

In München stockt die Stadt die KfW-Förderung über das Förderprogramm Klimaneutrale Gebäude auf, kurz FKG. Maßgeblich ist das Richtlinienheft, das seit dem 28. September 2026 gilt.

Für jede Wärmepumpe gibt es eine Grundförderung von 15 Prozent der förderfähigen Kosten, mit derselben Obergrenze wie bei der KfW. Beim Einfamilienhaus sind das höchstens 4.200 Euro. Die Grundförderung entfällt aber, sobald für das Gebäude bei der KfW der Klimageschwindigkeitsbonus oder der Einkommensbonus beantragt wird. KfW-Grundförderung und FKG ergeben zusammen 45 Prozent. Mit dem Klimabonus allein kommst du bei der KfW auf 46 Prozent, mit Einkommensbonus auf mehr.

Das FKG lohnt sich deshalb vor allem für Hausbesitzer, die keinen der beiden Boni bekommen: wenn die Gasheizung jünger als 20 Jahre ist, das Einkommen über 50.000 Euro liegt (mit Kind über 60.000 Euro) oder das Haus vermietet ist. Nach heutigem Stand dreht sich die Rechnung ab Februar 2027 auch bei Ölheizungen. Dann bringt der Klimabonus nur noch 12 Prozent, und 30 plus 15 Prozent sind mehr als 30 plus 12.

Dazu kommen Bedingungen, die über die KfW hinausgehen:

  • Beim Antrag muss ein individueller Sanierungsfahrplan vorliegen, der die Wärmepumpe enthält und das Haus spätestens 2035 auf den Standard Effizienzhaus 55 oder besser bringt. Das BAFA übernimmt die Hälfte der Beratungskosten, beim Einfamilienhaus höchstens 650 Euro.
  • Kann das Haus an die Fernwärme der Stadtwerke München angeschlossen werden, gibt es für die Wärmepumpe kein Geld von der Stadt. Das klärst du vorher bei den Stadtwerken.
  • Der FKG-Antrag geht vor dem Auftrag über das städtische Fördermittelportal ein. Beauftragen darfst du erst nach der zweiten automatischen Nachricht, dass die Maßnahme beauftragt werden darf.
  • Bund und Stadt zusammen zahlen höchstens 60 Prozent der förderfähigen Kosten.
  • Die Stadt zahlt erst, wenn die KfW ausgezahlt hat. Den Verwendungsnachweis lädst du innerhalb von drei Jahren hoch.

Erdwärme und Grundwasser in München

Für Erdwärme- und Grundwasserwärmepumpen gibt es zusätzlich eine eigene Zusatzförderung. Die Stadt zahlt 30 Prozent der Kosten, die über der KfW-Obergrenze liegen, und rechnet dabei für die erste Wohnung höchstens 30.000 Euro an. Mehr als 9.000 Euro sind beim Einfamilienhaus also nicht möglich. Kostet die Anlage zum Beispiel 65.000 Euro, gibt es die vollen 9.000 Euro. Bleibt die Rechnung unter der KfW-Grenze, entfällt die Zusatzförderung.

Anders als die Grundförderung lässt sich die Zusatzförderung mit Klima- und Einkommensbonus kombinieren, und sie zählt nicht zur 60-Prozent-Grenze. Der Ausschluss bei möglicher Fernwärme gilt auch hier. Reich bei der KfW alle Rechnungen ein, auch die über der Obergrenze, denn die Stadt berücksichtigt nur Kosten, die dort angegeben wurden. Was eine Erdwärmepumpe insgesamt kostet, steht im Ratgeber Erdwärmepumpe: Kosten für Bohrung, Kollektor und Gerät.

Weitere Städte, Landkreise und Stadtwerke

Außerhalb Münchens gibt es nur vereinzelt Geld für die Wärmepumpe. Die Übersicht zeigt den Stand im Oktober 2026.

Ort Angebot Bedingungen
Nürnberg N-ERGIE: 500 € für eine Wärmepumpe mit Fernoptimierung, weitere 400 € für einen bestimmten Schaltschrank nur für Kunden der N-ERGIE, Einbau über einen N-ERGIE-Partner, Geräte von Buderus, Vaillant, Viessmann, Weishaupt oder Wolf, Antrag vor dem Einbau
Würzburg Programm „KlimaStadt Würzburg“: 80 % für ein gemeinschaftliches Standortgutachten zur Wärmepumpe, höchstens 4.000 € Antrag vor dem Auftrag, Beginn erst nach dem Förderbescheid; 190.000 € im Jahr für das ganze Programm
Landkreis Erlangen-Höchstadt 250 € für Luft-Wasser-, 500 € für Erdwärme- und Grundwasserwärmepumpen nur Geräte von der BAFA-Liste mit halogenfreiem Kältemittel; Antrag nach dem Einbau, Rechnung höchstens zwei Monate alt; befristet bis 31.12.2026
Augsburg kein städtischer Zuschuss für Wärmepumpen kostenlose Energieberatung „Blue City“ mit der Verbraucherzentrale, dazu ein Heizlast-Check

Die Stadt Nürnberg selbst zahlt nichts dazu. Das Programm der N-ERGIE hat 2026 ein Gesamtbudget von 800.000 Euro, für die Fernoptimierung können beim Hersteller Kosten anfallen. Würzburg setzt vor dem Kauf an: Das Gutachten klärt, ob und wo eine Wärmepumpe stehen kann, ohne mit dem Lärmschutz in Konflikt zu geraten. In dicht bebauten Vierteln ist das oft die eigentliche Hürde. Welche Abstände und Grenzwerte gelten, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe und Nachbarn: Wie laut darf sie sein?

Viele kleinere Gemeinden und Stadtwerke haben eigene Programme, die oft kurzfristig starten und schnell ausgeschöpft sind. Frag deshalb bei Gemeinde, Landratsamt und Energieversorger nach, bevor du unterschreibst. Die meisten verlangen den Antrag vor dem Auftrag.

Wie viel Förderung zusammen erlaubt ist

Die KfW zählt Zuschüsse von Ländern und Kommunen als öffentliche Mittel. Alle öffentlichen Förderungen zusammen dürfen 60 Prozent der förderfähigen Kosten nicht übersteigen. Bei 30 oder 46 Prozent von der KfW bleibt Platz für einen städtischen Zuschuss. Wer mit Einkommensbonus schon bei 70 oder 80 Prozent liegt, kann für dieselben Kosten nichts mehr dazubekommen. Ob der Zuschuss eines Energieversorgers mitzählt, fragst du am besten beim Versorger nach.

Erdwärme in Bayern: Genehmigung vor der Bohrung

Für eine Erdwärmesonde braucht man in Bayern in den meisten Fällen eine wasserrechtliche Erlaubnis. Bei Bohrungen bis 100 Meter Tiefe stellst du zuerst eine Bohranzeige bei der Kreisverwaltungsbehörde, also beim Landratsamt oder bei der kreisfreien Stadt. Die Behörde entscheidet, ob gebohrt werden darf oder ob ein Antrag auf Erlaubnis nötig ist. Mit dem Bau darf erst begonnen werden, wenn die Erlaubnis erteilt ist oder die vollständigen Unterlagen seit drei Monaten bei der Behörde liegen.

Bohrungen über 100 Meter genehmigt die Bergbehörde, das dauert deutlich länger. Ob dein Grundstück für Erdwärme geeignet ist, zeigt die unverbindliche Standortauskunft des Landesamts für Umwelt im UmweltAtlas Bayern. Auch Grundwasserwärmepumpen brauchen eine wasserrechtliche Erlaubnis. Plane die Genehmigung früh ein, damit die Bohrung nicht an der Behörde hängt.

Wärmeplanung in Bayern

Nach dem Wärmeplanungsgesetz des Bundes mussten Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern bis zum 30. Juni 2026 einen kommunalen Wärmeplan vorlegen, kleinere Gemeinden haben bis zum 30. Juni 2028 Zeit. Nürnberg hat seinen Plan schon am 4. Juni 2025 beschlossen. Die Fernwärme soll dort vor allem in der dicht bebauten Innenstadt wachsen, in locker bebauten Gebieten ist die Wärmepumpe nach Einschätzung der Stadt oft die erste Wahl. Einen Anschlusszwang gibt es nicht. Augsburg hat seinen Wärmeplan im Juni 2026 beschlossen, München zeigt seine Planung in einem eigenen Online-Portal, das jährlich aktualisiert wird.

Einige Stadtseiten nennen noch den 1. Juli 2026 als Stichtag, ab dem neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbarer Energie laufen müssen. Diese Pflicht hat der Bund Ende Juli 2026 gestrichen. Der Wärmeplan schreibt dir also keine bestimmte Heizung vor. Er hilft bei der Frage, ob sich das Warten auf ein Wärmenetz lohnt oder ob die Wärmepumpe die naheliegende Lösung ist. In München hängt davon sogar die Förderung ab, weil die Stadt Wärmepumpen dort nicht bezuschusst, wo Fernwärme möglich ist.

Kostenlose Beratung in Bayern

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale vergleicht bis zu drei Angebote für eine Wärmepumpe kostenlos, auch für Haushalte in Bayern. Du wählst auf der Website dein Bundesland, lädst die Angebote hoch und füllst einen Fragebogen zum Haus aus. Innerhalb von zwei bis drei Wochen meldet sich ein Energieberater und bespricht das Ergebnis mit dir am Telefon oder per Video. In Augsburg bietet die Stadt zusammen mit der Verbraucherzentrale außerdem eine kostenlose Energieberatung an, die auch über Fördermöglichkeiten informiert.

Einen individuellen Sanierungsfahrplan brauchst du für die KfW-Förderung der Wärmepumpe nicht, für das Münchner Programm ist er Pflicht. Er lohnt sich auch, wenn später Dach, Fassade oder Fenster folgen sollen. Ob sich der Fahrplan für dich rechnet, steht im Ratgeber iSFP: Lohnt sich der Sanierungsfahrplan noch?, was die Beratung kostet, im Ratgeber Energieberater Kosten.

Die richtige Reihenfolge

  1. Stell fest, wie alt deine Heizung ist und welches zu versteuernde Einkommen in den Steuerbescheiden für 2023 und 2024 steht. Daraus ergibt sich dein KfW-Satz.
  2. In München: Frag bei den Stadtwerken, ob Fernwärme möglich ist, und rechne aus, ob das FKG oder die KfW-Boni mehr bringen. Für das FKG brauchst du vor dem Antrag einen Sanierungsfahrplan.
  3. Frag bei Gemeinde, Landratsamt und Energieversorger nach eigenen Programmen und stell diese Anträge vor dem Auftrag, wenn die Richtlinie das verlangt.
  4. Bei Erdwärme: Stell die Bohranzeige bei der Kreisverwaltungsbehörde.
  5. Hol drei Angebote mit Heizlastberechnung und hydraulischem Abgleich ein und lass sie bei Bedarf von der Verbraucherzentrale vergleichen.
  6. Lass die Bestätigung zum Antrag erstellen, unterschreib den Vertrag nur mit Förderklausel und stell den KfW-Antrag vor Beginn der Arbeiten, möglichst noch 2026.
  7. Heb Rechnungen, die Bestätigung nach Durchführung und den Nachweis zum hydraulischen Abgleich auf. Die KfW braucht sie für die Auszahlung, München danach für den eigenen Zuschuss.

Häufige Fragen

Gibt es in Bayern eine Landesförderung für Wärmepumpen?

Nein. Der Freistaat zahlt keinen eigenen Zuschuss und hat auch kein Landesdarlehen für den Heizungstausch im selbst genutzten Haus. Der Energie-Atlas Bayern verweist auf die Bundesförderung der KfW und empfiehlt, bei Gemeinde und Energieversorger nach eigenen Programmen zu fragen.

Wie viel Förderung bekomme ich in Bayern für eine Wärmepumpe?

Von der KfW 30 Prozent Grundförderung, 16 Prozent beim Austausch einer Öl-, Kohle-, Nachtspeicher- oder mindestens 20 Jahre alten Gasheizung und je nach Einkommen bis zu 40 Prozent Einkommensbonus. Zusammen sind es höchstens 70 oder 80 Prozent von maximal 28.000 Euro, also zwischen 8.400 und 22.400 Euro. In München, Nürnberg und einigen Landkreisen kommt etwas dazu.

Lohnt sich das Münchner Förderprogramm Klimaneutrale Gebäude?

Vor allem dann, wenn du bei der KfW weder Klima- noch Einkommensbonus bekommst. Dann gibt die Stadt 15 Prozent dazu, beim Einfamilienhaus bis zu 4.200 Euro. Wer einen der Boni beantragt, bekommt die städtische Grundförderung nicht. Für Erdwärme- und Grundwasserwärmepumpen gibt es zusätzlich bis zu 9.000 Euro, auch neben den Boni. Voraussetzung sind ein Sanierungsfahrplan und ein Haus ohne Möglichkeit zum Fernwärmeanschluss.

Zahlt die N-ERGIE in Nürnberg etwas für die Wärmepumpe?

Ja, wenn du Kunde der N-ERGIE bist. Sie zahlt 500 Euro für eine Wärmepumpe von Buderus, Vaillant, Viessmann, Weishaupt oder Wolf, die ein N-ERGIE-Partner mit Fernoptimierung einbaut, und 400 Euro für einen bestimmten Schaltschrank. Den Antrag stellst du vor dem Einbau. Die Stadt Nürnberg selbst hat kein Förderprogramm für Wärmepumpen.

Brauche ich für eine Erdwärmepumpe in Bayern eine Genehmigung?

In den meisten Fällen ja. Bei Bohrungen bis 100 Meter stellst du eine Bohranzeige beim Landratsamt oder bei der kreisfreien Stadt, die über die wasserrechtliche Erlaubnis entscheidet. Tiefere Bohrungen laufen über die Bergbehörde. Auch Grundwasserwärmepumpen brauchen eine Erlaubnis.

Bis wann sollte ich den Antrag stellen?

Möglichst noch 2026. Ab dem 1. Februar 2027 sinken Klimabonus und förderfähige Kosten, im Beispiel mit einer Ölheizung um rund 1.400 Euro. Offen ist außerdem, wie sich der geplante Wertschöpfungsbonus auf Geräte von außerhalb der EU auswirkt.

Was du als Nächstes tun kannst

  1. Schau aufs Typenschild deiner Heizung: Bei Gas zählen 20 Jahre für den Klimabonus.
  2. Such in den Steuerbescheiden 2023 und 2024 dein zu versteuerndes Einkommen heraus und ordne dich in die Tabelle ein.
  3. Wohnst du in München, prüf, ob FKG oder KfW-Boni mehr bringen und ob Fernwärme möglich ist.
  4. Frag bei Gemeinde, Landratsamt und Stadtwerken nach eigenen Programmen.
  5. Hol Angebote ein, lass sie kostenlos von der Verbraucherzentrale vergleichen und stell den KfW-Antrag vor dem 1. Februar 2027.

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