Für die Wärmepumpe im Einfamilienhaus kommt das Fördergeld in Nordrhein-Westfalen Ende 2026 fast nur noch vom Bund. Das Landesprogramm progres.nrw bezuschusst seit Anfang 2026 nur noch Erdwärmebohrungen an Häusern mit mindestens drei Wohnungen. Düsseldorf, Münster, Aachen und Bonn nehmen derzeit keine Anträge an, Köln fördert Wärmepumpen schon länger nicht mehr.
Viele Übersichten im Netz zeigen noch den alten Stand. Dieser Ratgeber erklärt, was die KfW seit Juli 2026 zahlt, und rechnet fünf Haushalte in NRW durch. Dazu kommt, welche Hilfe vom Land und den Städten übrig ist und warum der Antrag möglichst noch in diesem Jahr gestellt werden sollte.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die KfW zahlt 30 Prozent Grundförderung, 16 Prozent für den Austausch einer alten fossilen Heizung und je nach Einkommen bis zu 40 Prozent extra, zusammen höchstens 70 oder 80 Prozent von 28.000 Euro
- Je nach Haushalt sind das 8.400 bis 22.400 Euro Zuschuss
- progres.nrw fördert seit 2026 nur noch Erdwärmesonden an Bestandsgebäuden mit mindestens drei Wohnungen, mit 30 Euro je Bohrmeter und höchstens 15.000 Euro
- Düsseldorf, Münster, Aachen und Bonn haben ihre Programme ausgesetzt, ausgeschöpft oder beendet
- Für kleine Einkommen gibt es bei der NRW.BANK ein Modernisierungsdarlehen, fünf Jahre zinsfrei und mit Tilgungsnachlass
- Ab dem 1. Februar 2027 sinken Klimabonus und förderfähige Kosten
Was die KfW seit Juli 2026 zahlt
Den Zuschuss für die Wärmepumpe im eigenen Haus vergibt bundesweit die KfW über das Programm 458. Die NRW.BANK informiert auf ihrer Website darüber, beantragt wird aber direkt bei der KfW. Am 21. Juli 2026 hat der Bund die Sätze neu geregelt, das Merkblatt in der aktuellen Fassung gilt seit dem 24. September 2026. Den Effizienzbonus gibt es seitdem nicht mehr, der Klimabonus ist kleiner geworden, und der Einkommensbonus ist nach drei Einkommensstufen gestaffelt.
| Baustein | Satz | Bedingung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | für jeden Antragsteller |
| Klimageschwindigkeitsbonus | 16 % | nur Selbstnutzer; ersetzt wird eine Öl-, Kohle-, Nachtspeicher- oder Gasetagenheizung oder eine Gas- oder Biomasseheizung, die mindestens 20 Jahre alt ist |
| Einkommensbonus | 40, 30 oder 10 % | nur Selbstnutzer; zu versteuerndes Haushaltseinkommen bis 30.000, 40.000 oder 50.000 Euro, mit Kind unter 18 jeweils 10.000 Euro mehr |
| Höchstsatz | 70 %, ausnahmsweise 80 % | 80 % nur bei einem Einkommen bis 30.000 Euro, mit Kind bis 40.000 Euro |
| Förderfähige Kosten | bis 28.000 € | für die erste Wohneinheit eines Hauses |
Das Einkommen ist das zu versteuernde Einkommen laut Steuerbescheid, gemittelt über das zweite und dritte Jahr vor dem Antrag. Wer 2026 beantragt, legt also die Bescheide für 2023 und 2024 vor. Das Bruttogehalt ist deutlich höher und spielt keine Rolle.
Die Reihenfolge ist fest vorgegeben. Zuerst stellt der Fachbetrieb oder ein Energieeffizienz-Experte die Bestätigung zum Antrag aus. Danach unterschreibst du den Vertrag mit einer Klausel, nach der er nur bei Bewilligung gilt. Erst dann folgt der Antrag im Portal „Meine KfW“, und erst danach dürfen die Arbeiten beginnen. Den Steuerbonus für Sanierungen kannst du für dieselbe Wärmepumpe nicht zusätzlich nutzen. Für den Eigenanteil bietet die KfW einen Ergänzungskredit an.
Was sich im Februar 2027 ändert
Ab dem 1. Februar 2027 sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus auf 12 Prozent und danach jedes halbe Jahr um weitere 4 Prozentpunkte. Für Anträge ab dem 1. August 2028 gibt es ihn nicht mehr. Gleichzeitig sinken die förderfähigen Kosten auf 27.250 Euro und danach halbjährlich um weitere 750 Euro. Für den Satz zählt der Tag, an dem der Antrag bei der KfW eingeht.
Für das erste Quartal 2027 ist außerdem ein Wertschöpfungsbonus für Wärmepumpen aus europäischer Fertigung geplant. Nach den Eckpunkten könnte die Grundförderung für Geräte von außerhalb der EU auf 15 Prozent sinken. Die genauen Regeln sind noch nicht veröffentlicht.
Fünf Haushalte in NRW durchgerechnet
Weil Land und Städte für das Einfamilienhaus kaum etwas beisteuern, entscheidet in NRW die KfW fast allein über den Zuschuss. Gerechnet für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im selbst bewohnten Haus, Gesamtkosten 28.000 Euro, Antrag noch 2026:
| Ausgangslage | Satz | Zuschuss | Du zahlst |
|---|---|---|---|
| Gasheizung 15 Jahre alt, Einkommen 65.000 € | 30 % | 8.400 € | 19.600 € |
| Ölheizung, Einkommen 65.000 € | 46 % | 12.880 € | 15.120 € |
| Gasheizung 22 Jahre alt, Einkommen 47.000 €, kein Kind | 56 % | 15.680 € | 12.320 € |
| Ölheizung, Einkommen 38.000 €, kein Kind | 70 % (Höchstsatz) | 19.600 € | 8.400 € |
| Ölheizung, Einkommen 38.000 €, ein Kind | 80 % (Höchstsatz) | 22.400 € | 5.600 € |
Im vierten Fall kämen 30 plus 16 plus 30 Prozent zusammen, also 76 Prozent. Ohne Kind ist bei 70 Prozent Schluss. Im fünften Fall rutscht derselbe Haushalt durch das Kind in die unterste Einkommensstufe: 40 Prozent Einkommensbonus, Höchstsatz 80 Prozent. Die Gasheizung im ersten Fall ist jünger als 20 Jahre und bringt deshalb keinen Klimabonus.
Wie viel ein späterer Antrag kostet, zeigt der dritte Fall. Ab Februar 2027 wären es 52 Prozent von 27.250 Euro, also 14.170 Euro und damit rund 1.500 Euro weniger. Liegt das Angebot über 28.000 Euro, zahlst du den Rest ohne Zuschuss. Im Altbau kommt das häufig vor, was dort realistisch ist, steht im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau ohne Dämmung.
Was das Land NRW fördert
Das Landesprogramm progres.nrw war lange die bekannteste Ergänzung zur Bundesförderung. Nach der Richtlinie von 2025 gab es noch 50 Euro je Meter Erdwärmebohrung im Bestand und Geld für Erdwärmekollektoren. Mit der Richtlinie vom 30. Januar 2026 hat das Land die Förderung stark eingeschränkt, die aktuelle Fassung vom 20. August 2026 gilt bis zum 30. Juni 2027.
Gefördert werden jetzt nur noch Erdwärmesonden für eine Wärmepumpe an Bestandsgebäuden mit drei oder mehr Wohneinheiten. Der Zuschuss beträgt höchstens 30 Euro je Bohrmeter und höchstens 15.000 Euro je Gebäude. Luft-Wasser-Wärmepumpen und Ein- oder Zweifamilienhäuser fallen heraus. Wer mit einem Mehrfamilienhaus antragsberechtigt ist, muss den Bescheid abwarten, bevor er die Bohrung beauftragt. Anträge nimmt die Bezirksregierung Arnsberg digital entgegen.
Darlehen der NRW.BANK für kleine Einkommen
Für Haushalte mit kleinem und mittlerem Einkommen bietet die NRW.BANK die Eigentumsförderung Modernisierung an. Das Darlehen ist fünf Jahre zinsfrei, danach kostet es 0,5 Prozent im Jahr, bei bis zu 220.000 Euro und 30 Jahren Zinsbindung. Für Bewilligungen im Jahr 2026 kommt ab dem dritten Jahr ein Verwaltungskostenbeitrag von 0,5 Prozent hinzu. In der günstigsten Einkommensgruppe wird ein Viertel des Darlehens erlassen, bei besonders effizienten Sanierungen bis zur Hälfte. Gefördert werden Modernisierungen selbst genutzter Häuser und Wohnungen, die unter anderem Energie einsparen. Die Einkommensgrenzen sind niedrig und nach Landesrecht berechnet, in der günstigsten Gruppe liegen sie für zwei Personen bei 28.350 Euro im Jahr (Stand 2025). Den Antrag stellst du vor Beginn der Arbeiten bei deiner Stadt- oder Kreisverwaltung. Ob die neue Heizung dazugehört und wie sich das Darlehen mit dem KfW-Zuschuss verträgt, klärst du dort vorher.
Städte in NRW: Stand Oktober 2026
Viele NRW-Städte hatten eigene Zuschüsse für Wärmepumpen. 2026 sind die meisten wegen knapper Haushalte ausgesetzt oder ausgeschöpft. Die Übersicht zeigt den Stand Mitte Oktober 2026.
| Stadt | Programm | Stand |
|---|---|---|
| Düsseldorf | „Klimafreundliches Wohnen und Arbeiten“ mit Zuschuss für Wärmepumpen | seit Januar 2026 ausgesetzt, das Programm wird überarbeitet, keine neuen Anträge |
| Münster | „Klimafreundliche Wohngebäude“, 3.000 € pauschal für den Ersatz einer fossilen Heizung | Mittel für 2026 ausgeschöpft; für 2027 plant die Stadt eine vereinfachte Richtlinie mit rund 2,3 Mio. € |
| Köln | Wärmepumpen-Bonus im Programm Gebäudesanierung | keine neuen Anträge mehr; die Stadt fördert 2026 Photovoltaik und Speicher, keine Wärmepumpen |
| Aachen | Förderung energiesparender Maßnahmen im Gebäude | Haushaltsmittel 2026 gestrichen, Anträge ab 1. Januar 2026 werden nicht bearbeitet; Beratung bei altbau plus läuft weiter |
| Bonn | Bestandssanierung für vermietete Wohngebäude, inklusive Heizungstausch | seit 13. Juli 2026 keine neuen Anträge |
Die RheinEnergie in Köln zahlt ebenfalls keinen eigenen Zuschuss. Sie verweist auf die KfW und bietet die Wärmepumpe im Mietmodell an. Die Programme von Bund und Land findest du im Förder.Navi der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate. Für kleinere Kommunen und Stadtwerke fragst du am besten direkt nach, dort entstehen Programme oft kurzfristig und sind schnell ausgeschöpft. Fast alle verlangen den Antrag vor dem Auftrag.
Wenn doch ein Zuschuss dazukommt
Die KfW rechnet Zuschüsse von Land und Kommunen als öffentliche Mittel an. Alle öffentlichen Förderungen zusammen dürfen 60 Prozent der geförderten Kosten nicht übersteigen. Mit 30 oder 46 Prozent von der KfW bleibt Luft für einen städtischen Zuschuss. Wer wegen des Einkommensbonus schon bei 70 oder 80 Prozent liegt, kann keinen weiteren Zuschuss für dieselben Kosten bekommen.
Wärmeplanung in NRW
Nach dem Wärmeplanungsgesetz des Bundes mussten Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern bis zum 30. Juni 2026 einen kommunalen Wärmeplan vorlegen, kleinere Gemeinden haben bis zum 30. Juni 2028 Zeit. Düsseldorf hat seinen Plan am 18. Juni 2026 beschlossen. Der Plan zeigt, in welchen Straßen die Stadt ein Wärmenetz vorsieht und wo die Häuser sich selbst versorgen sollen. Eine bestimmte Heizung schreibt er dir nicht vor.
Liegt dein Haus in einem geplanten Netzgebiet, lohnt ein Vergleich mit dem Fernwärmeanschluss, den die KfW ebenfalls fördert. In Gebieten mit lockerer Bebauung sind Wärmenetze seltener geplant, dort bleibt die Wärmepumpe meist die naheliegende Lösung.
Kostenlose Beratung in NRW
Die Verbraucherzentrale NRW prüft im Rahmen ihrer Energieberatung bis zu drei Angebote für eine Wärmepumpe kostenlos. Du lädst sie über ein Online-Formular hoch, nach zwei bis drei Wochen bespricht ein Energieberater das Ergebnis mit dir am Telefon oder per Video. Auch die telefonische Beratung zur Wärmepumpe ist kostenlos, Termine gibt es unter 0211 33 996 555.
Für die Wärmepumpe allein brauchst du keinen individuellen Sanierungsfahrplan. Er lohnt sich, wenn danach Dach, Fassade oder Fenster folgen sollen. Was ein Energieberater kostet und was der Bund dazugibt, steht im Ratgeber Energieberater Kosten.
Die richtige Reihenfolge
- Stell fest, wie alt deine Heizung ist und welches zu versteuernde Einkommen in deinen Steuerbescheiden für 2023 und 2024 steht. Daraus ergibt sich dein KfW-Satz.
- Frag bei Stadt und Stadtwerken nach eigenen Programmen und stell solche Anträge vor dem Auftrag.
- Hol drei Angebote mit Heizlastberechnung und hydraulischem Abgleich ein und lass sie bei Bedarf von der Verbraucherzentrale prüfen.
- Lass die Bestätigung zum Antrag erstellen und unterschreib den Vertrag nur mit Förderklausel.
- Stell den KfW-Antrag vor Beginn der Arbeiten, wenn möglich noch 2026.
- Heb Rechnungen, die Bestätigung nach Durchführung und den Nachweis zum hydraulischen Abgleich auf, die KfW verlangt sie für die Auszahlung.
Häufige Fragen
Gibt es in NRW eine Landesförderung für Wärmepumpen?
Für das Einfamilienhaus nicht mehr. progres.nrw fördert seit 2026 nur Erdwärmesonden an Bestandsgebäuden mit mindestens drei Wohnungen, mit 30 Euro je Bohrmeter und höchstens 15.000 Euro. Haushalte mit kleinem Einkommen können bei der NRW.BANK ein Modernisierungsdarlehen beantragen, das fünf Jahre zinsfrei ist und einen Tilgungsnachlass hat.
Wie viel Förderung bekomme ich in NRW für eine Wärmepumpe?
Von der KfW 30 Prozent Grundförderung, 16 Prozent beim Austausch einer alten Öl-, Kohle-, Nachtspeicher- oder mindestens 20 Jahre alten Gasheizung und je nach Einkommen bis zu 40 Prozent Einkommensbonus. Zusammen sind es höchstens 70 oder 80 Prozent von maximal 28.000 Euro, also zwischen 8.400 und 22.400 Euro.
Fördert progres.nrw noch Wärmepumpen im Einfamilienhaus?
Nein. Seit der Richtlinie vom 30. Januar 2026 gibt es Geld nur noch für Erdwärmesonden an Bestandsgebäuden mit drei oder mehr Wohneinheiten. Die früheren Zuschüsse für Bohrungen und Kollektoren am Einfamilienhaus sind entfallen.
Welche Städte in NRW zahlen 2026 einen Zuschuss für die Wärmepumpe?
Unter den großen Städten derzeit keine. Düsseldorf hat sein Programm ausgesetzt, Münster seine Mittel für 2026 ausgeschöpft, Aachen die Förderung gestrichen und Bonn keine neuen Anträge mehr angenommen. Köln fördert schon länger keine Wärmepumpen mehr. In kleineren Kommunen lohnt eine Nachfrage bei Stadt und Stadtwerken.
Kann ich die Wärmepumpe über die NRW.BANK finanzieren?
Mit kleinem oder mittlerem Einkommen kommt die Eigentumsförderung Modernisierung infrage: fünf Jahre zinsfrei, danach 0,5 Prozent, mit Tilgungsnachlass. Ob die Heizung als Modernisierung anerkannt wird und wie das Darlehen mit dem KfW-Zuschuss zusammengeht, klärt die Bewilligungsbehörde deiner Stadt oder deines Kreises vor dem Antrag.
Bis wann sollte ich den Antrag stellen?
Möglichst noch 2026. Ab dem 1. Februar 2027 sinken Klimabonus und förderfähige Kosten, im Beispiel mit einer 22 Jahre alten Gasheizung um rund 1.500 Euro. Offen ist außerdem, wie sich der geplante Wertschöpfungsbonus auf Geräte von außerhalb der EU auswirkt.
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Was du als Nächstes tun kannst
- Schau aufs Typenschild deiner Heizung: Bei Gas zählen 20 Jahre für den Klimabonus.
- Such in den Steuerbescheiden 2023 und 2024 dein zu versteuerndes Einkommen heraus und ordne dich in die Tabelle ein.
- Frag bei Gemeinde und Stadtwerken, ob es ein eigenes Programm gibt.
- Hol Angebote ein und lass sie kostenlos von der Verbraucherzentrale NRW prüfen.
- Plane den KfW-Antrag so, dass er vor dem 1. Februar 2027 gestellt ist.
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Den vollständigen Ablauf der KfW-Förderung mit Voraussetzungen, Fristen und den verbindlichen Quellen findest du im Ratgeber Wärmepumpenförderung: Voraussetzungen, Ablauf und wichtige Quellen.






