Eine in die Jahre gekommene Fassade schadet nicht nur dem Aussehen eines Hauses, sondern auch dessen Bausubstanz und Energiebilanz. Risse im Putz, abblätternde Farbe oder feuchte Stellen deuten nicht selten auf tieferliegende Schäden hin, die binnen weniger Jahre wesentlich teurer werden können. Viele private Eigentümer machen sich daher an die Selbsthilfe und übernehmen Teile der Sanierung in Eigenregie. Geht es über die Erdgeschosshöhe hinaus, ändern sich die Anforderungen jedoch erheblich. Statik, Absturzsicherung und ein durchdachter Ablauf werden dann zu den entscheidenden Faktoren, damit das Projekt sicher und wirtschaftlich gelingt.
Zustandsanalyse als Grundlage jeder Sanierung
Bevor Material bestellt oder Zugangstechnik organisiert wird, muss zunächst die Fassade genau geprüft werden. Eine augenscheinliche Betrachtung reicht oft nicht aus. Kleine Klopfproben zeigen Hohlstellen im Putz an, ein Feuchtemessgerät gibt Auskunft über bereits eingedrungenes Wasser, und eine Rissbreitenlupe unterscheidet harmlose Haarrisse von statisch relevanten Schäden. Haarrisse bis etwa 0,2 Millimeter gelten in wasserabweisenden Putzen nach DIN EN 13914-1 als unkritisch und können in der Regel überstrichen werden. Breitere oder sich bewegende Risse erfordern dagegen eine fachgerechte Risssanierung, teils mit zusätzlicher Untersuchung des Tragwerks. Bei Wärmedämmverbundsystemen können defekte Dämmplatten die Wirksamkeit des gesamten Systems beeinträchtigen und Feuchtigkeit in die Wandkonstruktion leiten. Wer sich diese Prüfschritte erspart, riskiert teure Folgeschäden.
Zugangstechnik: Gerüst, Leiter oder Hubarbeitsbühne
Die Wahl der passenden Zugangstechnik richtet sich nach der Höhe der Fassade, der Dauer der Arbeiten und der baulichen Situation. Ein Standgerüst ist für großflächige, mehrwöchige Arbeiten ideal, bindet jedoch Auf- und Abbaukapazitäten und muss nach dem Auf- oder Umbau von einer zur Prüfung befähigten Person geprüft und freigegeben werden (DGUV Information 201-011). Leitern eignen sich nur für kurze Arbeiten in geringer Höhe: Als Arbeitsplatz sind sie bis 2 Meter Standhöhe uneingeschränkt zulässig, zwischen 2 und 5 Metern nur für kurze Einsätze von maximal zwei Stunden – oberhalb von 5 Metern Standhöhe dürfen sie nicht mehr als Arbeitsplatz genutzt werden (TRBS 2121-2). Für punktuelle Sanierungseinsätze in schwer zugänglichen Bereichen wie Giebeln, Erkern und Dachüberständen sind Hubarbeitsbühnen bestens geeignet. Mietangebote, wie die Arbeitsbühne bei BIBERGER zu mieten, decken Arbeitshöhen zwischen 12 und über 40 Metern ab und lassen sich tageweise, aber auch längerfristig ordern. Ihr Vorteil liegt in der guten Wendigkeit und dem geringeren Platzbedarf am Boden im Vergleich zu einem klassischen Gerüst.
Rechtliches und Arbeitsschutz
Wo in der Höhe gearbeitet wird, ist die Absturzsicherung entscheidend. Regelwerke wie die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und die DGUV-Regeln richten sich an gewerbliche Arbeitgeber und gelten für die reine private Selbsthilfe nicht unmittelbar – ihre Schutzniveaus sind für Heimwerker aber eine sinnvolle Orientierung. Auf Baustellen wird eine Absturzsicherung in der Regel ab 2 Metern Absturzhöhe gefordert. Wichtig: Wer Helfer beschäftigt, kann selbst in die Arbeitgeberpflichten geraten. Für Hubarbeitsbühnen empfiehlt sich eine Einweisung, die viele Vermieter gleich bei der Übergabe anbieten. Bei der Arbeit auf einer Bühne gehört persönliche Schutzausrüstung – ein Auffanggurt mit kurzem Verbindungsmittel – immer zur Standardausrüstung. Auch Wetterlage und Windgeschwindigkeit sind zu beachten: Die meisten Teleskop- und Gelenkbühnen dürfen nach Herstellerangaben nur bis zu einer Windgeschwindigkeit von 12,5 m/s betrieben werden. Das entspricht etwa Windstärke 6 auf der Beaufort-Skala; der genaue Wert steht in der Betriebsanleitung und liegt bei älteren Geräten teils niedriger.
Materialwahl und Aufbau der Arbeiten
Nach der Vorbereitung folgt die Sanierung selbst. Reinigung, Grundierung, Rissverfüllung und Anstrich bauen aufeinander auf. Silikatfarben empfehlen sich für mineralische Untergründe, Silikonharzfarben zeigen bei bewitterten Fassaden günstige Werte für Wasserdampfdurchlässigkeit und Schlagregenschutz. Wer eine Dämmung erneuert, sollte auf den Verwendbarkeitsnachweis des Systems nach ETA (European Technical Assessment) achten, weil nur zugelassene Komponentenkombinationen die angegebenen U-Werte erreichen. Den Arbeitsablauf strukturiert man mit einer klaren Reihenfolge: erst die oberen Fassadenbereiche bearbeiten, um Schmutzfahnen nach unten abzuleiten, und die Trocknungszeiten der einzelnen Schichten einhalten. Zwischen zwei Anstrichen sind meist 4 bis 12 Stunden nötig; Grundierungen und ungünstige Witterung können bis zu 24 Stunden erfordern – maßgeblich sind die Herstellerangaben.
