Fenster vergrößern im Altbau: Ablauf, Genehmigung und Kosten
Die kurze Antwort
Fenster vergrößern geht auch im Altbau, ist aber ein Eingriff in die tragende Wand. Du brauchst einen Statiker für den neuen Sturz, meist eine Baugenehmigung oder zumindest die Zustimmung des Bauamts, und einen Fachbetrieb, der Maurer- oder Betonarbeiten, Abdichtung und Fenstermontage aus einer Hand koordiniert. Die Kosten hängen stark von Wandaufbau und Fenstergröße ab, deshalb gibt es sie nur per Angebot.
Drei Varianten der Vergrößerung
- Nach unten: Die Brüstung wird abgebrochen, das Fenster wird bodentief oder zur Terrassentür. Statisch meist unproblematisch, aber Abdichtung, Heizkörperversetzung und Absturzsicherung (Brüstungshöhe oder Glasgeländer) kommen dazu.
- Nach oben: Der Sturz muss höher gesetzt werden. Das ist der aufwendigste Fall, weil die Last darüber neu abgefangen werden muss.
- In der Breite: Die Öffnung wird seitlich erweitert, der Sturz muss länger und tragfähiger werden. Bei Stahlbeton muss die Bewehrung neu berechnet werden, weil sie beim Schneiden durchtrennt wird.
So läuft es ab
- Statik prüfen lassen. Ob die Wand trägt und welcher Sturz nötig ist, entscheidet ein Statiker. In Altbauten ist oft nicht auf den ersten Blick klar, welche Wand tragend ist.
- Genehmigung klären. Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland. Häufig ist eine Baugenehmigung nötig, manchmal reicht eine Anzeige. Bei Denkmalschutz gelten eigene Auflagen, ebenso bei Grenzabständen zum Nachbarn.
- Fachbetrieb beauftragen. Maurer oder Betonbauer schneiden die Öffnung und setzen den Sturz, der Fensterbauer liefert und montiert das Fenster, Abdichtung und Dämmung werden neu angeschlossen. Bei Gebäuden von vor 1990 vorher auf Asbest prüfen lassen.
- Wärmeschutz nachweisen. Das neue Fenster muss die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes erfüllen. Mit einem Uw-Wert von 0,95 W/(m²·K) oder besser ist es außerdem über die Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig.
Was es kostet
Belastbare Pauschalen gibt es nicht. Preistreiber sind der Sturz, der Wandaufbau, die Größe des neuen Fensters, die Entsorgung und die Arbeiten innen und außen. Lass dir Statik, Rohbau und Fenster getrennt anbieten, dann siehst du, wo das Geld bleibt. Richtwerte für das Fenster selbst stehen im Ratgeber Was kosten neue Fenster mit Einbau?
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Häufige Fragen
Braucht man für das Vergrößern eines Fensters eine Baugenehmigung?
Häufig ja, weil die Fassade und die Statik verändert werden. Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesland, in manchen reicht eine Bauanzeige. Bei Denkmalschutz gelten eigene Auflagen. Vorher beim Bauamt nachfragen.
Muss ein Statiker den neuen Sturz berechnen?
Ja. Jede Vergrößerung nach oben oder in der Breite verändert die Lastabtragung über dem Fenster. Der Statiker legt den Sturz fest, bei Stahlbeton muss die durchtrennte Bewehrung ersetzt werden.
Was kostet es, ein Fenster zu vergrößern?
Pauschalen gibt es nicht. Die Kosten setzen sich aus Statik, Rohbauarbeiten für Öffnung und Sturz, dem neuen Fenster, Abdichtung und Innenarbeiten zusammen. Angebote getrennt nach Gewerken einholen.
Kann ich ein Fenster selbst vergrößern?
Nein. Der Eingriff in eine tragende Wand gehört in die Hand von Statiker und Fachbetrieb. Fehler gefährden die Standsicherheit und den Versicherungsschutz.