Im Oktober ist das Wohnzimmer zu warm und die Thermostate drosseln ständig, im Januar wird das Bad nicht richtig warm, und die Stromrechnung liegt über dem, was im Angebot stand. Bei vielen Wärmepumpen steckt dahinter dieselbe Ursache: Die Heizkurve steht noch auf dem Wert, den der Installateur bei der Inbetriebnahme eingetragen hat, oder sogar auf der Werkseinstellung.
Die Heizkurve legt fest, wie warm das Heizwasser bei welcher Außentemperatur sein soll. Bei einer Gasheizung fällt eine zu hoch eingestellte Kurve kaum auf, bei einer Wärmepumpe kostet jedes Grad zu viel messbar Strom. Dieser Ratgeber zeigt dir, welche Startwerte für Fußbodenheizung und Heizkörper gelten, wie du die Kurve in kleinen Schritten anpasst, was Warmwasser und Heizstab damit zu tun haben und wie die Einstellungen bei den gängigen Herstellern heißen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Heizkurve hat zwei Stellschrauben: die Steilheit wirkt vor allem bei Frost, das Niveau verschiebt die ganze Kurve bei jedem Wetter
- Übliche Steilheit bei Fußbodenheizung 0,2 bis 0,5, bei Heizkörpern 0,8 bis 1,2, wobei jeder Hersteller seine eigene Skala hat
- Verlässlicher als die Kennzahl ist die Vorlauftemperatur am kältesten Tag: 30 bis 35 Grad bei Fußbodenheizung, höchstens 55 Grad bei Heizkörpern
- Ändere immer nur einen Wert, in kleinen Schritten, und warte danach ein bis drei Tage
- Eine um 5 Grad zu hohe Kurve kostet im Einfamilienhaus rund 110 bis 250 Euro Strom im Jahr
- Warmwasser reicht im Einfamilienhaus mit 50 bis 55 Grad, darunter solltest du nicht gehen
- Der Heizstab sollte erst unterhalb des Bivalenzpunkts freigegeben sein, meist einige Grad unter null
Was die Heizkurve macht
Fast jede Wärmepumpe im Einfamilienhaus läuft witterungsgeführt. Ein Fühler an der Nordseite des Hauses misst die Außentemperatur, und die Regelung liest aus der Heizkurve ab, welche Vorlauftemperatur dazu passt. Ist es draußen 10 Grad, reicht lauwarmes Heizwasser, bei minus 10 Grad muss es deutlich wärmer sein. Die Kurve ist also eine Tabelle, die jeder Außentemperatur eine Vorlauftemperatur zuordnet.
Verändern lässt sie sich an zwei Stellen. Die Steilheit, bei manchen Herstellern Neigung oder Steigung genannt, bestimmt, wie stark die Vorlauftemperatur steigt, wenn es draußen kälter wird. Eine steile Kurve reagiert auf Frost mit viel wärmerem Wasser, eine flache nur mit etwas wärmerem. Das Niveau, auch Parallelverschiebung genannt, hebt oder senkt die ganze Kurve um denselben Betrag, egal wie kalt es ist.
Bei einer Wärmepumpe ist diese Einstellung wichtiger als bei einem Gaskessel. Eine Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je kleiner der Abstand zwischen der Temperatur der Wärmequelle und der Vorlauftemperatur ist. Jedes Grad mehr Vorlauf kostet sie 2,5 bis 3 Prozent zusätzlichen Strom. Eine zu hoch eingestellte Kurve heizt das Haus zwar zuverlässig, aber die Thermostate müssen die überschüssige Wärme wieder wegregeln, und genau diese Wärme hat die Wärmepumpe vorher teuer erzeugt.
Startwerte für Fußbodenheizung und Heizkörper
Wie steil die Kurve sein muss, hängt vor allem von der Heizfläche ab. Eine Fußbodenheizung gibt Wärme über den ganzen Boden ab und kommt deshalb mit niedrigen Temperaturen aus. Heizkörper haben weniger Fläche und brauchen wärmeres Wasser, um dieselbe Wärme in den Raum zu bringen. Die folgenden Werte sind übliche Ausgangspunkte, keine Zielwerte.
| Heizsystem | Übliche Steilheit | Vorlauf am kältesten Tag | Erwartbare JAZ |
|---|---|---|---|
| Fußbodenheizung | 0,2 bis 0,5 | 30 bis 35 °C | 4,0 bis 5,0 |
| Große Heizkörper, teilsanierter Altbau | um 0,8 | 40 bis 45 °C | 3,5 bis 4,0 |
| Klassische Heizkörper im Bestand | 0,8 bis 1,2 | 50 bis 55 °C | 2,5 bis 3,5 |
Die Zahl für die Steilheit lässt sich allerdings nicht von einem Gerät aufs andere übertragen. NIBE arbeitet mit Kurvennummern von 0 bis 15, Buderus und Bosch legen die Kurve über zwei Temperaturpunkte fest, und die Luxtronik-Regler von Alpha Innotec und Novelan beziehen sich auf die Rücklauftemperatur. Eine Steilheit von 0,4 bedeutet deshalb nicht bei jedem Hersteller dasselbe.
Verlässlicher ist der Blick auf die Vorlauftemperatur, die tatsächlich ankommt. Die nächste Tabelle zeigt, welche Werte bei einer Norm-Außentemperatur von minus 12 Grad zu erwarten sind. Gerechnet ist vereinfacht mit einer Geraden, die bei 20 Grad außen und 20 Grad Vorlauf beginnt. Echte Kurven sind leicht gebogen, als Orientierung beim Ablesen am Regler reicht die Gerade.
| Ausgelegt auf | bei −12 °C außen | bei 0 °C außen | bei 10 °C außen |
|---|---|---|---|
| Fußbodenheizung, 35 °C | 35 °C | rund 29 °C | rund 25 °C |
| Große Heizkörper, 45 °C | 45 °C | rund 36 °C | rund 28 °C |
| Heizkörper, 55 °C | 55 °C | rund 42 °C | rund 31 °C |
Die Norm-Außentemperatur hängt von deinem Wohnort ab und liegt in Deutschland zwischen etwa minus 10 und minus 16 Grad. Sie steht in der Heizlastberechnung, falls eine gemacht wurde. Siehst du an einem Tag mit 0 Grad am Regler 48 Grad Vorlauf, obwohl die Heizkörper auf 55 Grad ausgelegt sind, ist die Kurve vermutlich zu hoch.
Die Einstellregel: zwei Fragen, vier Fälle
Ob du Steilheit oder Niveau ändern musst, verrät dir das Wetter, bei dem es nicht passt. Ist es nur bei Frost zu kalt oder zu warm, stimmt die Steilheit nicht. Ist es in der Übergangszeit bei 5 bis 15 Grad außen zu kalt oder zu warm, stimmt das Niveau nicht.
| Räume zu kalt | Räume zu warm | |
|---|---|---|
| bei Frost, unter etwa 5 °C außen | Steilheit um 0,1 erhöhen | Steilheit um 0,1 senken |
| in der Übergangszeit, 5 bis 15 °C außen | Niveau um 1 bis 2 Grad anheben | Niveau um 1 bis 2 Grad absenken |
Drei Regeln machen den Unterschied zwischen einer Einstellung, die nach zwei Wochen sitzt, und einer, an der man den ganzen Winter herumdreht. Ändere immer nur einen Wert. Halte die Schritte klein, eine einzelne Änderung sollte nicht mehr als etwa 10 Prozent vom vorherigen Wert abweichen. Und warte nach jeder Änderung ab, bis das Haus reagiert hat, bei Heizkörpern mindestens einen Tag, bei Fußbodenheizung eher zwei bis drei Tage, weil der Estrich die Wärme lange speichert.
Die sinnvolle Reihenfolge ist, zuerst an kalten Tagen die Steilheit einzustellen und danach in der Übergangszeit das Niveau nachzuziehen. Wer im Herbst mit dem Niveau beginnt, muss es im ersten Frost meist wieder korrigieren.
Schritt für Schritt zur eigenen Kurve
Ziel ist die niedrigste Kurve, bei der alle Räume gerade noch warm werden. So gehst du vor:
- Dreh in den Haupträumen die Thermostate ganz auf. Bei einer gut eingestellten Wärmepumpe sind sie fast immer offen und regeln nur noch Fremdwärme weg, etwa wenn die Sonne ins Zimmer scheint oder viele Leute im Raum sind.
- Schalte die Nachtabsenkung aus, solange du die Kurve suchst.
- Wähle einen Referenzraum. Das ist der Wohnraum, der am schwersten warm wird, oft ein Eckzimmer oder das Bad.
- Notiere einige Tage lang zur selben Uhrzeit Außentemperatur, Vorlauftemperatur und Raumtemperatur. Die ersten beiden Werte zeigt der Regler an, für den Raum genügt ein einfaches Thermometer.
- Senke die Kurve in kleinen Schritten, bis der Referenzraum seine Wunschtemperatur gerade nicht mehr erreicht, und geh dann einen Schritt zurück.
- Prüf die Einstellung noch einmal im ersten richtig kalten Monat und korrigiere wenn nötig die Steilheit.
Zu hoch ist die Kurve, wenn die Thermostate ständig zudrehen, wenn Räume in der Übergangszeit überheizt sind oder wenn die Wärmepumpe an milden Tagen auffällig oft an- und ausgeht. Zu niedrig ist sie, wenn einzelne Räume kalt bleiben, obwohl die Thermostate offen sind, oder wenn der Heizstab schon bei leichtem Frost mitläuft.
Wenn ein einzelner Raum nicht mitkommt
Bleibt nur ein Raum kalt, während alle anderen passen, liegt es selten an der Heizkurve. Wer deswegen die ganze Kurve anhebt, heizt das übrige Haus mit, und das kostet bei jeder Stunde Betrieb. Meist steckt eine ungleiche Wasserverteilung dahinter, die ein hydraulischer Abgleich behebt, oder ein Heizkörper, der für den Raum zu klein ist. Ein größerer Heizkörper kostet 300 bis 500 Euro und kann die Vorlauftemperatur für das ganze Haus senken.
Was eine zu hohe Heizkurve kostet
Gerechnet für ein Einfamilienhaus mit 140 Quadratmetern, eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3,4 und Wärmepumpenstrom für 23 Cent je Kilowattstunde. Die Kurve liegt 5 Grad höher als nötig, das bedeutet 12,5 bis 15 Prozent mehr Strom für die Heizung. Das Warmwasser ist nicht eingerechnet.
| Haus | Heizwärme | Strom fürs Heizen | Mehrverbrauch | Mehrkosten im Jahr |
|---|---|---|---|---|
| saniert | 12.600 kWh | 3.700 kWh | 460 bis 560 kWh | rund 110 bis 130 € |
| teilsaniert | 17.500 kWh | 5.150 kWh | 640 bis 770 kWh | rund 150 bis 180 € |
| unsaniert | 24.500 kWh | 7.200 kWh | 900 bis 1.080 kWh | rund 210 bis 250 € |
Über zwanzig Betriebsjahre sind das 2.200 bis 5.000 Euro, die ohne jede Investition zu holen sind. Teurer wird es nur in die andere Richtung: Ist die Kurve so niedrig, dass bei Frost der Heizstab einspringt, kostet jede Kilowattstunde Wärme aus dem Heizstab gut das Dreifache, weil er Strom eins zu eins in Wärme umwandelt. Wie sich der Gesamtverbrauch zusammensetzt und wie du ihn mit dem Zählerstand vergleichst, steht im Ratgeber Wärmepumpe: Stromverbrauch pro Jahr berechnen.
Nachtabsenkung, Heizgrenze und Heizstab
Nachtabsenkung
Bei Gas und Öl war die Nachtabsenkung ein Spartipp. Bei einer Wärmepumpe bringt sie meist nichts oder kostet sogar. Nach der Absenkung muss das Haus morgens wieder aufgeheizt werden, und das geschieht mit höherer Vorlauftemperatur, also mit schlechterer Effizienz. Bei Fußbodenheizung kommt hinzu, dass der Estrich nachts kaum abkühlt und die Absenkung im Raum deshalb wenig bewirkt. Am günstigsten läuft eine Wärmepumpe gleichmäßig und lange. Wer nachts kühler schlafen will, dreht im Schlafzimmer den Thermostat herunter, statt die ganze Anlage abzusenken.
Heizgrenze
Die Heizgrenze, im Menü oft Sommer-Winter-Umschaltung genannt, legt fest, ab welcher Außentemperatur die Wärmepumpe gar nicht mehr heizt und nur noch Warmwasser macht. Steht sie zu hoch, heizt die Anlage im Mai noch gegen die Sonne an. Als Richtwerte gelten 15 bis 17 Grad für unsanierte Häuser vor 1977, 12 bis 14 Grad für Häuser nach neuerem Energiestandard und rund 10 Grad für Passivhäuser. Viele Regler werten dafür eine gemittelte Außentemperatur aus, damit ein einzelner warmer Nachmittag die Heizung nicht abschaltet.
Heizstab und Bivalenzpunkt
Die meisten Luft-Wasser-Wärmepumpen haben einen elektrischen Heizstab für die kältesten Tage. Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, unterhalb der die Wärmepumpe allein nicht mehr genug Leistung hat und der Heizstab dazukommt. Bei Anlagen, die mit Heizstab ausgelegt sind, liegt er meist zwischen minus 3 und minus 7 Grad. Wird der Heizstab schon bei Temperaturen um null freigegeben, läuft er an Tagen, an denen die Wärmepumpe es allein schaffen würde.
Bei einer passend ausgelegten Anlage deckt der Heizstab nur wenige Prozent der Heizwärme im Jahr. Viele Regler zeigen seine Laufzeit oder Strommenge getrennt an. Liegt der Anteil deutlich höher, lohnt der Blick in die Einstellungen. Ist die Freigabetemperatur richtig gesetzt und er läuft trotzdem viel, ist die Wärmepumpe vielleicht zu klein. Dann hilft eine Heizlastberechnung, um zu sehen, ob Gerät und Haus zusammenpassen.
Warmwasser: Temperatur und Zeitprogramm
Warmwasser ist für eine Wärmepumpe die anstrengendere Aufgabe, weil sie dafür höhere Temperaturen erzeugen muss als für die Fußbodenheizung. Im Einfamilienhaus erhöht es den Wärmebedarf je nach Personenzahl um 15 bis 25 Prozent. Auch hier gilt: Jedes Grad mehr kostet Effizienz.
Für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es keine gesetzliche Mindesttemperatur. Sie zählen nach dem DVGW-Arbeitsblatt W 551 unabhängig von der Speichergröße als Kleinanlagen. Das Arbeitsblatt empfiehlt dort 60 Grad am Speicheraustritt und rät, 50 Grad nicht zu unterschreiten, weil sich Legionellen zwischen 25 und 45 Grad besonders gut vermehren. In der Praxis sind 50 bis 55 Grad ein vernünftiger Kompromiss. Unter 50 Grad zu gehen spart wenig und erhöht das Risiko.
Ob die Wärmepumpe 55 Grad aus eigener Kraft schafft, hängt vom Kältemittel ab. Viele Geräte mit R32 arbeiten bis etwa 55 Grad effizient, Geräte mit Propan, R290, kommen auf 70 Grad und mehr. Was darüber liegt, übernimmt der Heizstab. Das betrifft auch die Legionellenschaltung, die viele Regler anbieten: Sie heizt den Speicher regelmäßig auf 60 Grad oder mehr. Vorgeschrieben ist sie im Einfamilienhaus nicht. Ob du sie nutzt, besprichst du am besten mit dem Fachbetrieb. Üblich ist ein Lauf pro Woche, und den legst du in die Mittagszeit, wenn die Wärmepumpe effizienter arbeitet oder Solarstrom da ist.
Beim Zeitprogramm gilt: lieber ein oder zwei feste Ladezeiten am Tag als ständiges Nachheizen. Nachmittags ist die Außenluft am wärmsten, die Wärmepumpe arbeitet dann effizienter als in der Nacht. Mit einer Photovoltaikanlage legst du das Ladefenster in die Mittagsstunden, etwa zwischen 12 und 15 Uhr, und lässt den Speicher bei Sonnenüberschuss ein paar Grad höher laden. Wie viel das bringt, rechnet der Ratgeber Photovoltaik und Wärmepumpe kombinieren durch.
So heißen die Einstellungen bei deinem Hersteller
Jeder Hersteller benennt die beiden Stellschrauben anders, und manche Werte sind nur im Fachhandwerker-Menü zugänglich. Die Tabelle hilft dir, im Menü oder in der Anleitung die richtige Stelle zu finden.
| Hersteller | Steilheit heißt | Niveau heißt | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Vaillant (sensoCOMFORT) | Heizkurve | Raumsolltemperatur | die Raumsolltemperatur verschiebt die Kurve parallel |
| Viessmann | Neigung | Niveau | Neigung von 0,2 bis 3,5, auch in der ViCare-App |
| Buderus, Bosch | Endpunkt | Fußpunkt | Kurve über zwei Punkte: Vorlauf bei Norm-Außentemperatur und bei 20 °C außen |
| Stiebel Eltron (WPM) | Steigung Heizkurve | Komfort-Temperatur | die Komfort-Temperatur verschiebt die Kurve parallel |
| Alpha Innotec, Novelan (Luxtronik) | Heizkurven-Endpunkt | Parallelverschiebung | regelt auf die Rücklauftemperatur, Endpunkt gilt für −20 °C außen |
| NIBE | Heizkurve | Parallelverschiebung | Kurvennummer von 0 bis 15 statt Steilheitswert |
| Daikin (Altherma) | Steilheit | Korrektur | alternativ als 2-Punkte-Kurve einstellbar |
| Samsung | Water Law (WL) | über die Punkte der Kurve | wird in den Feldeinstellungen festgelegt, meist vom Installateur |
Bei Wärmepumpen mit Raumfühler kann zusätzlich ein Raumeinfluss aktiv sein, der die Kurve nach der gemessenen Raumtemperatur korrigiert. Das ist hilfreich, wenn der Fühler in einem typischen Wohnraum hängt, und störend, wenn er im Flur oder neben dem Kamin sitzt. Bist du unsicher, was ein Menüpunkt bewirkt, notier dir den alten Wert, bevor du etwas änderst.
Wann der Fachbetrieb ran sollte
Die Heizkurve kannst du selbst einstellen, die Grenzen zeigen sich an anderer Stelle. Braucht das Haus nach sorgfältiger Einstellung am kältesten Tag mehr als 55 Grad Vorlauf, ist das ein Fall für Abgleich und größere Heizflächen, nicht für die Regelung. Welche Heizkörper bei 55 Grad noch reichen, klärt der 55-Grad-Test aus dem Ratgeber Wärmepumpe mit normalen Heizkörpern. Taktet die Anlage trotz passender Kurve, kann die Hydraulik oder ein falsch eingebundener Pufferspeicher die Ursache sein.
Planst du die Wärmepumpe noch, frag im Angebot nach, ob die Heizkurve nach dem ersten Winter nachgestellt wird und ob du bei der Übergabe eine Einweisung in die Regelung bekommst. Auch beim Wartungstermin lässt sich die Kurve nachstellen.
Häufige Fragen
Welche Heizkurve ist bei einer Wärmepumpe mit Fußbodenheizung richtig?
Üblich ist eine Steilheit zwischen 0,2 und 0,5, in gut gedämmten Häusern eher am unteren Ende. Entscheidend ist, dass die Vorlauftemperatur am kältesten Tag bei etwa 30 bis 35 Grad liegt. Weil der Estrich träge reagiert, solltest du nach jeder Änderung zwei bis drei Tage warten.
Welche Heizkurve braucht eine Wärmepumpe mit Heizkörpern?
Meist eine Steilheit zwischen 0,8 und 1,2, bei großen Heizkörpern auch weniger. Die Vorlauftemperatur sollte am kältesten Tag 55 Grad nicht übersteigen, besser sind 45 bis 50 Grad. Reicht das nicht, helfen ein hydraulischer Abgleich und einzelne größere Heizkörper.
Was ist der Unterschied zwischen Steilheit und Niveau?
Die Steilheit bestimmt, wie stark die Vorlauftemperatur steigt, wenn es draußen kälter wird. Sie wirkt vor allem bei Frost. Das Niveau verschiebt die ganze Kurve um denselben Betrag nach oben oder unten und wirkt bei jedem Wetter, spürbar vor allem in der Übergangszeit.
Wie lange sollte ich nach einer Änderung warten?
Bei Heizkörpern mindestens einen Tag, bei Fußbodenheizung zwei bis drei Tage. Das Haus braucht diese Zeit, bis sich die neue Temperatur in Wänden, Böden und Räumen eingestellt hat. Wer schneller nachregelt, dreht sich im Kreis.
Welche Warmwassertemperatur ist bei einer Wärmepumpe sinnvoll?
Im Einfamilienhaus 50 bis 55 Grad. Darunter solltest du wegen der Legionellen nicht gehen, darüber sinkt die Effizienz, und bei vielen Geräten springt der Heizstab ein. Das DVGW-Arbeitsblatt W 551 empfiehlt für Ein- und Zweifamilienhäuser 60 Grad, vorgeschrieben ist das dort aber nicht.
Sollte ich die Wärmepumpe nachts absenken?
In den meisten Fällen nicht. Das morgendliche Aufheizen braucht eine höhere Vorlauftemperatur und kostet mehr, als die Absenkung spart. Bei Fußbodenheizung wirkt sie wegen des trägen Estrichs ohnehin kaum. Wer nachts kühler schlafen möchte, regelt das am Thermostat im Schlafzimmer.
Passende Ratgeber
- Hydraulischer Abgleich: Kosten, Verfahren B und was du selbst machen kannst
- Wärmepumpe: Stromverbrauch pro Jahr berechnen
- Wärmepumpe mit normalen Heizkörpern: Geht das ohne Fußbodenheizung?
- Heizlastberechnung: Kosten, Ablauf und wann sie Pflicht ist
- Wärmepumpe: Braucht sie einen Pufferspeicher?
- Photovoltaik und Wärmepumpe kombinieren: Wie viel spart das wirklich?
Was du als Nächstes tun kannst
- Lies an einem kalten Tag Außen- und Vorlauftemperatur am Regler ab und vergleiche sie mit der Tabelle oben.
- Notiere die aktuellen Werte für Steilheit, Niveau, Heizgrenze und Warmwassertemperatur, bevor du etwas änderst.
- Öffne die Thermostate in den Haupträumen und schalte die Nachtabsenkung aus.
- Senke die Kurve in kleinen Schritten und warte nach jeder Änderung ein bis drei Tage.
- Prüfe im Menü, wie oft der Heizstab gelaufen ist und bei welcher Temperatur er freigegeben wird.






