Der erste richtige Frost kommt, draußen zeigt das Thermometer minus zehn Grad, und die Wärmepumpe soll trotzdem das ganze Haus warm halten. Viele Hausbesitzer fragen sich genau dann, ob das gut gehen kann. Die kurze Antwort: ja. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme hat vier Jahre lang 77 Wärmepumpen in Bestandshäusern vermessen, darunter viele Altbauten. Die Anlagen liefen auch durch die Kälteperioden, der elektrische Heizstab übernahm bei den Luft-Wasser-Geräten im Mittel nur 1,3 Prozent der Arbeit.
Trotzdem verändert Frost den Betrieb spürbar. Das Haus braucht mehr Wärme, die Wärmepumpe holt aus jeder Kilowattstunde Strom weniger heraus, das Außengerät vereist und taut ab. Dieser Ratgeber erklärt, bis zu welcher Temperatur eine Luft-Wasser-Wärmepumpe heizt, was ein Frosttag an Strom kostet, welche Erscheinungen normal sind und wann du einen Fachbetrieb rufen solltest.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Luft-Wasser-Wärmepumpen heizen laut Datenblatt bis minus 20 Grad, manche Geräte bis minus 25 Grad
- Bei Frost sinkt die Effizienz: Ein gängiges Gerät schafft bei plus 7 Grad einen COP von 5,1, bei minus 15 Grad noch 2,9 (Vorlauf 35 Grad)
- Ein Frosttag mit minus 10 Grad kostet in einem Beispielhaus rund 17 Euro Strom, ein milder Wintertag etwa 6 Euro
- Vereisung, Dampf und Zischen am Außengerät sind im Winter normal, das Gerät taut mehrmals täglich automatisch ab
- Der Heizstab soll nur Kältespitzen abfangen, mehr als 4 bis 5 Prozent des Jahresverbrauchs deuten auf ein Problem hin
- Der Netzbetreiber darf die Wärmepumpe seit 2024 nicht mehr abschalten, nur auf 4,2 Kilowatt drosseln
Bis zu welcher Temperatur eine Luft-Wasser-Wärmepumpe heizt
Auch Luft mit minus 15 Grad enthält Wärme. Die Wärmepumpe entzieht sie der Außenluft und hebt sie mit Strom auf das Temperaturniveau der Heizung. Die Grenze setzt das Gerät: In den Datenblättern gängiger Luft-Wasser-Wärmepumpen steht als Einsatzgrenze der Wärmequelle meist minus 20 Grad, einzelne Modelle sind bis minus 25 Grad freigegeben. Unterhalb dieser Grenze schaltet die Wärmepumpe ab und der Heizstab übernimmt.
Solche Temperaturen sind in Deutschland selten. Der Winter 2025/26 hatte nach der vorläufigen Bilanz des Deutschen Wetterdienstes ein Mittel von 1,8 Grad und war der 15. zu milde Winter in Folge. Der tiefste Wert lag am 6. Januar in Oberstdorf bei minus 21,7 Grad, im brandenburgischen Doberlug-Kirchhain waren es minus 19,6 Grad. Fast überall sonst blieb es deutlich wärmer. Heizungen werden nach DIN/TS 12831-1 ohnehin auf die Norm-Außentemperatur deines Postleitzahlgebiets ausgelegt. Je nach Region liegt sie zwischen etwa minus 8 und minus 16 Grad, für Dresden sind es zum Beispiel rund minus 12 Grad. Wie dieser Wert in die Heizlast einfließt, steht im Ratgeber Heizlastberechnung.
Dass die Technik mit echter Kälte zurechtkommt, zeigen die nordischen Länder. In Norwegen und Finnland heizt laut KfW Research schon jedes zweite Wohngebäude mit einer Wärmepumpe, in Deutschland sind es rund fünf Prozent. Das Bundeswirtschaftsministerium verweist darauf, dass Wärmepumpen in sanierten Häusern auch bei minus 20 Grad genug Wärme liefern.
Was bei Frost mit Leistung und Effizienz passiert
Je kälter die Luft, desto größer ist der Temperaturhub, den die Wärmepumpe überwinden muss, und desto mehr Strom braucht sie für dieselbe Wärmemenge. Das zeigt die Leistungszahl COP, die Hersteller nach der Norm EN 14511 für feste Betriebspunkte angeben. Die Tabelle nennt die Werte eines gängigen Geräts mit rund 10 Kilowatt (Stiebel Eltron WPL 20 AC), einmal für eine Fußbodenheizung mit 35 Grad Vorlauf und einmal für Heizkörper mit 55 Grad.
| Außentemperatur | COP bei 35 °C Vorlauf | COP bei 55 °C Vorlauf |
|---|---|---|
| +7 °C | 5,09 | 3,16 |
| +2 °C | 4,14 | 2,82 |
| −7 °C | 3,26 | 2,62 |
| −15 °C | 2,92 | 2,13 |
Aus einer Kilowattstunde Strom werden bei plus 7 Grad also gut fünf Kilowattstunden Wärme, bei minus 15 Grad noch knapp drei. Mit 55 Grad Vorlauf sind es bei strengem Frost nur gut zwei. Darum zahlt sich eine niedrige Vorlauftemperatur gerade im Winter aus. Ein zweiter Hersteller gibt für seine Geräte bei minus 7 Grad und 35 Grad Vorlauf Werte zwischen 2,7 und 3,0 an, bei 55 Grad Vorlauf rund 2,0. Die Größenordnung ist also herstellerübergreifend ähnlich.
Gleichzeitig sinkt die maximale Heizleistung. Dasselbe Gerät liefert bei plus 7 Grad bis zu 10,8 Kilowatt, bei minus 7 Grad noch gut 10 Kilowatt und bei minus 15 Grad 8,5 Kilowatt. Das Haus braucht bei dieser Kälte aber am meisten Wärme. Der Wärmebedarf wächst ungefähr proportional zum Unterschied zwischen Raum- und Außentemperatur: Bei minus 10 Grad braucht ein Haus etwa doppelt so viel Wärme wie bei plus 5 Grad. Weniger Leistung bei höherem Bedarf, genau deshalb ist die richtige Auslegung so wichtig.
Was ein Frosttag an Strom kostet
Die Beispielrechnung geht von einem Haus mit 8 Kilowatt Heizlast bei minus 12 Grad Norm-Außentemperatur aus, beheizt über Heizkörper mit rund 45 Grad Vorlauf. Die COP-Werte sind aus der Tabelle oben abgeleitet, Warmwasser ist nicht enthalten. Als Strompreis stehen 24 Cent je Kilowattstunde für einen Wärmepumpentarif mit eigenem Zähler und 31,5 Cent ohne eigenen Zähler. Beides sind Durchschnittswerte aus dem Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW vom März 2026.
| Außentemperatur | Wärmebedarf am Tag | COP (Annahme) | Strom am Tag | Kosten bei 24 / 31,5 Cent |
|---|---|---|---|---|
| +5 °C | 90 kWh | 3,6 | 25 kWh | 6,00 € / 7,90 € |
| 0 °C | 120 kWh | 3,2 | 38 kWh | 9,10 € / 12,00 € |
| −10 °C | 180 kWh | 2,6 | 69 kWh | 16,60 € / 21,70 € |
Ein Tag mit minus 10 Grad kostet in diesem Haus also fast dreimal so viel wie ein Tag mit plus 5 Grad. Das ist kein Defekt, so verhält sich jede Luft-Wasser-Wärmepumpe. Für die Heizkosten zählt nicht der einzelne Frosttag, es zählt die Jahresarbeitszahl über alle Tage. Im Fraunhofer-Feldtest lag sie bei Luft-Wasser-Geräten im Bestand im Mittel bei 3,4, die Spanne reichte von 2,6 bis 4,9. Wie du daraus deinen Jahresverbrauch berechnest, steht im Ratgeber Wärmepumpe: Stromverbrauch pro Jahr berechnen.
Zum Vergleich: Haushaltsstrom kostete 2026 laut BDEW im Durchschnitt 37,3 Cent je Kilowattstunde. Wer die Wärmepumpe ohne eigenen Tarif über den normalen Hausanschluss betreibt, zahlt an einem Frosttag im Beispiel rund 26 Euro. Ein Wärmepumpentarif mit eigenem Zähler lohnt sich nach Einschätzung der Verbraucherzentrale ab etwa 4.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch, darunter ist meist der pauschale Netzentgeltrabatt ohne zweiten Zähler günstiger.
Vereisung und Abtauen: was normal ist
Das Außengerät kühlt die Luft beim Durchströmen ab. Dabei kondensiert Feuchtigkeit an den Lamellen und gefriert. Am stärksten passiert das nicht bei strengem Frost, es passiert zwischen etwa minus 5 und plus 5 Grad bei hoher Luftfeuchte, also an nassen, grauen Wintertagen. Sehr kalte Luft ist trocken, unter minus 10 Grad vereist das Gerät seltener.
Sobald die Sensoren zu viel Eis erkennen, taut die Anlage automatisch ab. Die meisten Geräte kehren dazu den Kältekreislauf kurz um und schicken heißes Kältemittel durch den Verdampfer. Dabei steigt Wasserdampf auf, es zischt und klackt, und für einige Minuten kommt keine Wärme ins Haus. Ein Abtauvorgang dauert meist 5 bis 15 Minuten und wiederholt sich an feuchten Tagen mehrmals. Die Wärme dafür stammt aus dem Heizkreis oder dem Pufferspeicher, der Verbrauch dafür steckt bereits in der Jahresarbeitszahl. Welche Rolle der Puffer dabei spielt, erklärt der Ratgeber Wärmepumpe: Braucht sie einen Pufferspeicher?
Beim Abtauen fallen täglich 5 bis 20 Liter Wasser an, an feuchten Tagen bis zu 40 Liter. Deshalb braucht das Außengerät einen frostsicheren Ablauf, meist ein Kiesbett oder einen Anschluss an die Entwässerung. Fehlt er oder friert er zu, bildet sich unter dem Gerät eine Eisplatte, die mit der Zeit das Gerät anheben kann und zur Rutschfalle wird. Prüf den Bereich bei Dauerfrost regelmäßig und entferne Eis vorsichtig, ohne heißes Wasser und ohne Streusalz.
Ein Problem liegt vor, wenn nach dem Abtauen eine dicke Eisschicht stehen bleibt, wenn das Gerät bei deutlichen Plusgraden oder im Sommer vereist oder wenn es in sehr kurzen Abständen immer wieder abtaut. Dann stimmt oft etwas mit Kältemittelmenge, Fühlern, Ventilator oder Abtausteuerung nicht. Das gehört in die Hände eines Fachbetriebs, was eine Wartung sonst umfasst, steht im Ratgeber Wärmepumpe Wartungskosten.
Der Heizstab: wann er läuft und wie viel er kosten darf
Fast jede Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus hat einen elektrischen Heizstab. Er springt ein, wenn die Außentemperatur unter den Bivalenzpunkt fällt, also unter die Temperatur, ab der die Wärmepumpe allein nicht mehr den gesamten Bedarf deckt. Bei einer gut ausgelegten Anlage liegt dieser Punkt bei einigen Graden unter null. Dazu kommen kurze Einsätze beim Abtauen und bei der Warmwasserbereitung gegen Legionellen. Der Heizstab macht aus einer Kilowattstunde Strom genau eine Kilowattstunde Wärme, er ist also drei- bis viermal so teuer wie die Wärmepumpe selbst.
Darum ist sein Anteil die wichtigste Kennzahl für den Winterbetrieb. Im Fraunhofer-Feldtest übernahm der Heizstab bei den Luft-Wasser-Wärmepumpen 1,3 Prozent der elektrischen Arbeit, bei Erdwärmepumpen nahe null. Die Forscher weisen darauf hin, dass die Winter in der Messperiode vergleichsweise mild waren. Als Richtwert nennt co2online höchstens 4 Prozent des Jahreswärmebedarfs, Hersteller sprechen von 5 Prozent. Liegt dein Wert deutlich darüber, kostet dich das jeden Winter bares Geld.
Die meisten Regler zeigen Betriebsstunden oder Kilowattstunden des Heizstabs an, oft unter Begriffen wie „Zusatzheizung“, „Elektroheizeinsatz“ oder „E-Heizung“. Lies den Wert einmal im Herbst und einmal im Frühjahr ab. Häufige Gründe für einen zu hohen Anteil sind eine zu klein gewählte Wärmepumpe, eine zu hohe Vorlauftemperatur, eine starke Nachtabsenkung mit anschließendem Aufheizen oder ein fehlender hydraulischer Abgleich. Die Einstellungen, mit denen du gegensteuerst, stehen im Ratgeber Heizkurve der Wärmepumpe richtig einstellen, die Grundlagen zum Abgleich im Ratgeber Hydraulischer Abgleich.
Sieben Dinge, die im Winter helfen
- Lass die Anlage durchlaufen. Eine Wärmepumpe arbeitet am sparsamsten, wenn sie lange mit niedriger Leistung läuft. An kalten Tagen sind Laufzeiten von zwölf Stunden und mehr normal. Abschalten und wieder aufheizen kostet mehr, als es spart.
- Verzichte auf eine starke Nachtabsenkung. Bei Fußbodenheizung hält die Verbraucherzentrale sie für wenig sinnvoll, weil die Anlage träge reagiert und ohnehin mit niedriger Temperatur läuft. Bei Heizkörpern sollte sie klein bleiben, damit die Anlage morgens nicht mit dem Heizstab aufheizen muss.
- Dreh die Heizkurve bei Kälte nicht hoch. Sie hebt die Vorlauftemperatur bei sinkender Außentemperatur von selbst an. Wird es trotzdem nicht warm, ist die Kurve falsch eingestellt oder die Anlage hat ein anderes Problem.
- Halte das Außengerät frei. Etwa einen halben Meter rundum sollten Schnee, Laub und Verwehungen weg, sonst sinkt die Leistung. Kein Streusalz in der Nähe, es greift Gehäuse und Lamellen an.
- Deck das Gerät nicht ab. Planen oder Hauben behindern den Luftstrom. Zulässig sind nur Schallschutzhauben, die der Hersteller freigegeben hat.
- Prüf den Kondensatablauf vor dem ersten Frost und bei Dauerfrost regelmäßig. Bei Split-Geräten müssen die wasserführenden Leitungen nach außen gut gedämmt sein, sonst frieren sie bei Stromausfall ein.
- Lies den Heizstab-Zähler ab und lüfte kurz mit weit geöffneten Fenstern. Dauerhaft gekippte Fenster kühlen die Wände aus und treiben die Vorlauftemperatur hoch.
Eine Erdwärmepumpe hat diese Winterprobleme nicht. Die Sole aus dem Erdreich liefert auch im Januar Temperaturen über null Grad, im Fraunhofer-Feldtest erreichten Erdwärmepumpen eine mittlere Jahresarbeitszahl von 4,3. Was Bohrung oder Kollektor kosten, steht im Ratgeber Erdwärmepumpe: Kosten 2026.
Darf der Netzbetreiber im Winter drosseln?
Früher durften Netzbetreiber Wärmepumpen mit Sondertarif bis zu dreimal am Tag für je zwei Stunden abschalten. Seit dem 1. Januar 2024 gilt für neue Anlagen die Festlegung der Bundesnetzagentur zu § 14a Energiewirtschaftsgesetz. Danach ist eine Abschaltung nicht mehr zulässig. Bei einer konkreten Überlastung des örtlichen Netzes darf der Netzbetreiber den Strombezug für höchstens zwei Stunden am Tag auf mindestens 4,2 Kilowatt drosseln. Das ist bei einem COP von 2,5 immer noch gut 10 Kilowatt Heizleistung und reicht für die meisten Einfamilienhäuser, zumal die Räume in zwei Stunden kaum auskühlen. Für Anlagen mit altem Tarifvertrag aus der Zeit vor 2024 gelten die bisherigen Sperrzeiten noch bis Ende 2028 weiter.
Im Gegenzug für die Steuerbarkeit bekommst du ein reduziertes Netzentgelt, entweder als Pauschale oder mit eigenem Zähler als Rabatt je Kilowattstunde. Der im März 2026 veröffentlichte Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW kam bei 23 Anbietern auf durchschnittlich 24 Cent je Kilowattstunde plus rund 140 Euro Grundpreis im Jahr für Tarife mit eigenem Zähler. Die Preise reichten von 20 bis 29 Cent, bei sechs Anbietern war die Netzentgeltreduktion nicht im ausgewiesenen Preis enthalten. Vergleich die Angebote deshalb immer mit der Angabe, ob der Rabatt schon abgezogen ist.
Wann die Wärmepumpe im Winter wirklich an ihre Grenze kommt
Dass eine Wärmepumpe das Haus bei Frost nicht mehr warm bekommt, hat fast immer eine von drei Ursachen. Erstens eine zu kleine Anlage, weil die Heizlast geschätzt und nicht berechnet wurde. Zweitens eine Vorlauftemperatur über 55 Grad, weil die Heizkörper für die niedrigen Temperaturen zu klein sind. Mit 55 Grad Vorlauf fällt der COP bei minus 7 Grad auf gut zwei, und die Wärmepumpe liefert auch weniger Leistung. Welche Heizkörper sich eignen und wann ein Tausch reicht, steht im Ratgeber Wärmepumpe mit normalen Heizkörpern. Drittens ein Haus, das zu viel Wärme verliert. Dann hilft oft schon die Dämmung von oberster Geschossdecke und Kellerdecke, mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe im Altbau ohne Dämmung.
Im Fraunhofer-Feldtest fanden die Forscher keinen Zusammenhang zwischen dem Baujahr des Hauses und der Effizienz der Wärmepumpe. Ausreichend große Heizkörper ließen sich im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen betreiben wie Fußbodenheizungen. Die Grenze setzt also selten das Alter des Hauses, meist sind es Planung und Einstellung.
Häufige Fragen
Funktioniert eine Wärmepumpe bei minus 20 Grad noch?
Ja. Die Einsatzgrenze gängiger Luft-Wasser-Wärmepumpen liegt laut Datenblatt bei minus 20 Grad, bei manchen Modellen bei minus 25 Grad. Bis dahin heizt das Gerät, nur mit geringerer Effizienz und weniger Leistung. Darunter übernimmt der Heizstab. Solche Temperaturen treten in Deutschland nur an wenigen Tagen und in wenigen Regionen auf.
Warum dampft meine Wärmepumpe im Winter?
Das ist der Abtauvorgang. Das Gerät schickt heißes Kältemittel durch den vereisten Verdampfer, das Eis schmilzt und verdampft teilweise. Zischen, Klacken und einige Minuten ohne Heizleistung gehören dazu. Nur wenn das Eis nach dem Abtauen stehen bleibt oder das Gerät bei Plusgraden vereist, solltest du einen Fachbetrieb rufen.
Soll ich die Wärmepumpe bei Frost ausschalten oder nachts absenken?
Nein. Eine Wärmepumpe läuft am sparsamsten im Dauerbetrieb mit niedriger Vorlauftemperatur. Wieder aufheizen kostet mehr Strom, als die Pause spart, und treibt oft den Heizstab an. Bei Fußbodenheizung ist eine Nachtabsenkung laut Verbraucherzentrale wenig sinnvoll, bei Heizkörpern sollte sie klein bleiben.
Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe an einem Frosttag?
Das hängt von Heizlast und Vorlauftemperatur ab. Ein Haus mit 8 Kilowatt Heizlast braucht bei minus 10 Grad in der Beispielrechnung rund 69 Kilowattstunden am Tag, bei plus 5 Grad etwa 25. Mit einem Wärmepumpentarif von 24 Cent sind das rund 17 Euro gegenüber 6 Euro.
Mein Heizstab läuft oft. Ist das ein Problem?
Kurze Einsätze bei strengem Frost, beim Abtauen und bei der Warmwasserbereitung sind normal. Mehr als 4 bis 5 Prozent des Jahresverbrauchs sollten es nicht sein, im Fraunhofer-Feldtest waren es 1,3 Prozent. Liegt dein Wert deutlich höher, lass Heizkurve, Heizlast und hydraulischen Abgleich prüfen.
Darf der Netzbetreiber meine Wärmepumpe im Winter abschalten?
Bei Anlagen ab 2024 nicht mehr. Er darf den Bezug bei einer Netzüberlastung für höchstens zwei Stunden am Tag auf mindestens 4,2 Kilowatt drosseln, das reicht für die meisten Einfamilienhäuser. Für ältere Verträge mit Sperrzeiten gilt die alte Regelung noch bis Ende 2028.
Passende Ratgeber
- Heizkurve der Wärmepumpe richtig einstellen: Werte für Fußbodenheizung und Heizkörper
- Wärmepumpe: Stromverbrauch pro Jahr berechnen
- Heizlastberechnung: Kosten, Ablauf und wann sie Pflicht ist
- Wärmepumpe mit normalen Heizkörpern: Geht das ohne Fußbodenheizung?
- Wärmepumpe im Altbau ohne Dämmung: Wann es geht und was es kostet
- Erdwärmepumpe: Kosten 2026 für Bohrung, Kollektor und Gerät
Was du als Nächstes tun kannst
- Lies im Regler den Zählerstand des Heizstabs ab und notier ihn mit Datum.
- Prüf Kondensatablauf und Freiraum rund um das Außengerät vor dem ersten Dauerfrost.
- Schalte eine starke Nachtabsenkung ab und lass die Heizkurve im Winter unverändert.
- Vergleich deinen Stromtarif mit den 24 Cent aus dem Marktcheck der Verbraucherzentrale.
- Planst du erst noch eine Wärmepumpe, lass die Heizlast nach DIN/TS 12831-1 berechnen und vergleich mehrere Angebote.






