Im Brandschutz-Metallbau zählt jedes Detail: Fenster, Türen, Tore und Fassaden aus Stahl oder Aluminium müssen im Ernstfall genau das tun, wofür sie geprüft wurden – Feuer und Rauch für eine definierte Zeit zurückhalten und so Menschen, Rettungswege und Gebäudewerte schützen. Geprüfte Aluminium-Systemlösungen, etwa von Herstellern wie Wiśniowski, decken Fassaden, Fenster, Türen und Trennwände inklusive Beschlägen und Verglasungen als aufeinander abgestimmtes System ab. Der Vorteil: Dank Systemkompatibilität entstehen elegante, nahezu unsichtbare Übergänge zwischen Brandschutz- und Standardbereichen, ohne dass die Zulassung leidet.
Dieser Ratgeber erklärt, welche Brandschutzklassen es bei Fenstern, Verglasungen und Türen gibt, was sich durch die europäische Normung geändert hat und worauf Sie bei Auswahl, Kosten und Montage achten sollten.
Brandschutzklassen im Metallbau: ein Überblick
Brandschutzbauteile werden danach klassifiziert, wie lange sie einem genormten Feuer standhalten. In Deutschland galt lange die nationale Norm DIN 4102, deren Kürzel wie T30 oder F90 vielen noch geläufig sind. Seit dem 1. November 2019 ist für Feuer- und Rauchschutzabschlüsse jedoch die europäische Klassifizierung nach DIN EN 13501 und DIN EN 16034 verbindlich (Stand 2026). Neu in Verkehr gebrachte Türen, Fenster und Tore tragen daher die europäischen Bezeichnungen mit CE-Kennzeichnung. Die wichtigsten Klassen im Überblick:
- EI₂ 30 / E30 / EI30 (früher T30 bzw. F30) – feuerhemmend, mindestens 30 Minuten Feuerwiderstand
- EI₂ 60 / E60 / EI60 (früher T60 bzw. F60) – hochfeuerhemmend, mindestens 60 Minuten
- EI₂ 90 / E90 / EI90 (früher T90 bzw. F90) – feuerbeständig, mindestens 90 Minuten
- Rauchschutz mit dem Zusatz Sa oder S200 (früher RS) – das Bauteil hält zusätzlich den Rauchdurchtritt zurück
Wichtig zum Verständnis der Buchstaben: Das E steht für den Raumabschluss (das Bauteil verhindert den Durchtritt von Flammen und heißen Gasen), das I für die Wärmedämmung (die feuerabgewandte Seite bleibt unter einer Grenztemperatur). Ein reines E-Bauteil hält das Feuer zurück, darf auf der Rückseite aber heiß werden; ein EI-Bauteil dämmt zusätzlich die Hitze. Das nachgestellte „₂“ bei Türen bezeichnet das angewandte Prüfverfahren für die Temperaturmessung am Rahmen.
Brandschutzfenster aus Metall und Aluminium
Das wichtigste Kriterium an Fensterprofile und Fensterverglasung im Brandfall ist, dass beide Komponenten dem Feuer gemeinsam lange standhalten. Im Ernstfall zählt jede Minute. Brandschutzfenster, die den geltenden Richtlinien entsprechen, leisten einen entscheidenden Beitrag zum Schutz von Personen und zur Werterhaltung des Gebäudes. Eingesetzt werden sie vor allem dort, wo ein erhöhtes Risiko besteht und der Schaden entsprechend hoch ausfallen kann, zum Beispiel bei:
- geringen Gebäudeabständen
- gläsernen Trennwänden in Großraumbüros
- Produktions- und Industrieanlagen
- dichter Bauweise in Innenstädten und Zentren
Fenster mit Brandschutzeigenschaften werden in der Regel aus Stahl- oder Aluminiumprofilen mit entsprechender Zulassung gefertigt und mit einer geprüften Brandschutzverglasung kombiniert. Diese Systeme sind überwiegend in Deutschland geprüft und zugelassen.
Brandschutzverglasung: die Klassen E und EI
Brandschutzverglasungen werden nach denselben EI-Klassen eingeteilt wie die übrigen Bauteile. Die Zahl gibt die Zeit in Minuten an, die das Glas dem Feuer unter Normbedingungen mindestens standhalten muss. Gebräuchlich sind die Klassen E30 / EI30, E60 / EI60 und E90 / EI90 – die früher verbreiteten Kürzel G und F (etwa G30 oder F90) stammen aus der alten DIN 4102 und werden durch die europäischen Bezeichnungen abgelöst (Stand 2026).
Bei der Klassifizierung EI60 sind es beispielsweise mindestens 60 Minuten, in denen die Verglasung sowohl den Raumabschluss als auch die Wärmedämmung sicherstellt. Der entscheidende Unterschied: Eine E-Verglasung hält Flammen und Rauch zurück, kann auf der Rückseite aber sehr heiß werden – sie eignet sich dort, wo es nur auf den Raumabschluss ankommt. Eine EI-Verglasung dämmt zusätzlich die Wärme und verhindert, dass sich Materialien hinter der Scheibe durch Strahlungshitze entzünden. Welche Klasse erforderlich ist, ergibt sich aus dem Brandschutzkonzept und der Landesbauordnung.
Metall-Brandschutztüren und -tore
Von der Bauaufsicht zugelassene Brandschutztüren, Feuerschutztüren und Brandschutztore gibt es in einer breiten Palette: mit Dickfalz, Dünnfalz oder flächenbündig, als Standard- oder Sonderausführung und für den Innen- wie Außenbereich. Sie sichern im Brandfall die einzelnen Brandabschnitte eines Gebäudes und halten die Rettungswege frei. Nach der heutigen europäischen Einstufung entspricht eine feuerhemmende T30-Tür der Klasse EI₂ 30, eine hochfeuerhemmende T60-Tür der Klasse EI₂ 60 und eine feuerbeständige T90-Tür der Klasse EI₂ 90. Die nationalen Anforderungen regelte die DIN 4102-5; geprüft und klassifiziert wird heute nach DIN EN 1634-1 und DIN EN 16034 (Stand 2026).
Soll eine Tür zusätzlich Rauch zurückhalten, kommt ein Rauchschutzabschluss hinzu, gekennzeichnet durch den Zusatz Sa oder S200 (früher die nationale Kennung RS nach DIN 18095). Viele selbstschließende Brandschutztüren werden daher als Kombination ausgeführt, etwa als EI₂ 90-C-S200. Das „C“ steht dabei für die geprüfte Selbstschließfunktion.
Da Brandschutztüren und -tore besonderen Anforderungen unterliegen, brauchen sie eine gesonderte Zulassung beziehungsweise eine Leistungserklärung und müssen exakt zulassungsgemäß eingebaut werden. Bei der Montage ist den Vorgaben des Herstellers genau zu folgen. Der passgenaue Einbau gehört in die Hände von geschultem, erfahrenem Fachpersonal, denn beim Brandschutz entscheidet jeder Handgriff über die Funktion. Eigenmächtige Änderungen an Tür, Rahmen oder Beschlägen sind nicht zulässig – sie können die Zulassung und damit die Schutzwirkung vollständig aufheben.
Was kostet Brandschutz im Metallbau?
Die Preisspanne ist groß und hängt vor allem von Material, Größe, Klasse und Verglasung ab. Die folgenden Werte dienen der groben Orientierung; ein belastbarer Preis ergibt sich erst aus dem Aufmaß und dem Brandschutzkonzept vor Ort (Stand 2026).
| Bauteil | typische Klasse | Materialpreis (ca.) |
|---|---|---|
| Stahl-Brandschutztür, einflügelig | EI₂ 30 / T30 | ca. 300–900 € |
| Holz-Brandschutztür, einflügelig | EI₂ 30 / T30 | ca. 600–1.000 € |
| Aluminium-Brandschutztür mit Verglasung | EI₂ 30–90 | ca. 1.500–5.500 € |
| Aluminium-Brandschutzfenster | EI30 / EI60 | je nach Maß ab ca. 1.000 € |
| Fachgerechte Montage je Element | – | zzgl. mehrere Hundert Euro |
Höhere Klassen, größere Formate, Verglasungen sowie Zusatzfunktionen wie Rauchschutz, Schallschutz oder Einbruchhemmung treiben den Preis spürbar nach oben. Da die Montage über Wirksamkeit und Zulassung entscheidet, sollten Sie sie nicht einsparen, sondern als festen Bestandteil des Angebots einplanen.
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Welche Klasse für Ihr Vorhaben nötig ist, ergibt sich aus dem individuellen Brandschutzkonzept und der jeweiligen Landesbauordnung – pauschale Aussagen sind hier riskant. Lassen Sie sich daher von Fachbetrieben für Brandschutz, Metallbau und Schlosserei beraten, die Aufmaß, Auswahl und zulassungsgerechte Montage aus einer Hand übernehmen. So stellen Sie sicher, dass Ihre Fenster, Türen und Fassaden im Ernstfall genau das leisten, wofür sie geprüft wurden.
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Häufige Fragen zum Brandschutz im Metallbau
Was bedeuten die Klassen EI30, EI60 und EI90?
Die Zahl gibt die Feuerwiderstandsdauer in Minuten an: EI30 hält dem Feuer mindestens 30 Minuten stand, EI60 mindestens 60 und EI90 mindestens 90 Minuten. Das „E“ steht für den Raumabschluss, das „I“ für die zusätzliche Wärmedämmung. Eine reine E-Klasse (z. B. E30) hält Flammen und Rauch zurück, darf auf der Rückseite aber heiß werden.
Was ist der Unterschied zwischen T30, T60 und T90?
Es sind die alten deutschen Klassen nach DIN 4102: T30 ist feuerhemmend (30 Minuten), T60 hochfeuerhemmend (60 Minuten) und T90 feuerbeständig (90 Minuten). Seit dem 1. November 2019 werden neue Türen, Fenster und Tore europäisch klassifiziert – aus T30 wird EI₂ 30, aus T90 wird EI₂ 90 (Stand 2026).
Brauche ich zusätzlich einen Rauchschutz?
Das hängt vom Brandschutzkonzept ab. Brandschutz und Rauchschutz sind getrennte Anforderungen: Eine Feuerschutztür hält das Feuer zurück, eine Rauchschutztür den Rauch. Oft werden beide kombiniert, erkennbar am Zusatz Sa oder S200 (früher RS). In Flucht- und Rettungswegen ist Rauchschutz häufig vorgeschrieben.
Darf ich eine Brandschutztür selbst einbauen?
Davon ist dringend abzuraten. Brandschutztüren müssen exakt nach Herstellervorgabe und zulassungsgemäß montiert werden. Schon kleine Abweichungen bei Befestigung, Dichtungen oder Beschlägen können die Schutzwirkung und damit die Zulassung aufheben. Der Einbau gehört in die Hände eines qualifizierten Fachbetriebs, der die korrekte Montage auch dokumentiert.
Welches Material ist für Brandschutzelemente am besten?
Es gibt kein generell „bestes“ Material – Stahl, Aluminium und Holz haben jeweils geprüfte Systeme. Stahl ist robust und vergleichsweise günstig, Aluminium punktet bei großflächigen Verglasungen und schlanken, gestalterisch anspruchsvollen Fassaden, Holz fügt sich in repräsentative Innenbereiche ein. Entscheidend ist nicht das Material allein, sondern dass das geprüfte Gesamtsystem für Ihre Anforderung zugelassen ist.
